Wir informieren über den
ERGOTAMIN-KOPFSCHMERZ
Modifizierter und aktualisierter Beitrag aus dem Buch "Ambulante und stationäre Therapie chronischer Schmerzen", herausgegeben von R. Le eser, ärztl. Dir. der Bad Mergen theimer Schmerzkliniken. Enke Verlag Stuttgart (Nov. 1995, 2. Auflage), ISBN 3-432-9932-1 * (Beurteilung im Deutschen Ärzteblatt, Heft 27, 5.7.1996: Ausgereiftes Handbuch der Schmerztherapie mit einem vorzüglichen pharmakologischen Überblick).
Ergotamin ist ein potentes Kopf schmerz mittel und kommt hauptsächlich bei der Migräne, seltener beim Cluster-Kopfschmerz zum Einsatz.
Es hat aber einen Nachteil, schon bei relativ geringer Überdosierung kann es zu einem anhaltenden Kopfschmerz, dem Ergotamin-Kopfschmerz führen. Dieser propft sich sozusagen dem ursprünglichen Kopfschmerz auf, wodurch dann ein sog. Kombinationskopfschmerz entsteht. So gibt z.B. ein Migräne patient in dieser Situation an, ständig unter Kopfschmerzen zu leiden, zwischendurch würden sich diese aber immer wieder drastisch verstärken, begleitet von Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Lichtscheu und Lärmempfindlichkeit.
Die sog. kritische kumulative Wochendosis liegt für Ergotamintartrat bei 5 mg und für Dihydroergotamin bei 7 mg (Diener 1994). Bei höherer Dosierung droht bereits die Ausbildung eines Ergotamin-Kopfschmerzes.
Die einzig wirkungsvolle Behandlung besteht in einem Ergotaminenzug.
Dieser besteht zunächst darin, die Ergotamin-Einnahme sofort abzusetzen. Da aber der (abrupte) En tzug von Ergotamin analog zum Entzug anderer Schmerzmittel ebenfalls Beschwerden (Entzugskopfschmerzen) macht, vor allem aber treten in dieser Phase heftigste Migräneattacken gehäuft auf, muß eine begleitende, flankierende Behandlung mit anderen Mitteln fortgesetzt werden, denn es macht ja wenig Sinn, in dieser Situation wieder auf (andere) Analgetika (= Schmerzmittel) zurückzugreifen.
Als alternative Behandlung
eignet sich mit großem Erfolg die wiederholte, in der Entzugsphase 2 bis
3 mal tägliche Verabreichung lang wirkender
Lokalanästhetika (z.B. Bupivacain)
(= örtliches Betäubungsmittel)
in Form der
therapeutischen Lokalanästhesie (Infiltrationen des
Schmerz
bereichs, Betäubungen der den
Kopf
versorgenden
Nerven).
Parallel zum En
tzug verordnen wir zur Abschirmung
möglicherweise auftretender vegetativer Entzugserscheinungen (z.B. innere
Unruhe, Zittrigkeit, Schwitzen)
Trimipramin, initial i.v.
(= in die Vene).
Folgendes Dosierungsschema hat sich
bewährt: Basismedikation 100mg/d abends oral
(= Tropfen, Tabletten);
zusätzlich als Infusion (z.B. in 500ml NaCl 0,9%) am ersten Tag 25mg, am zweiten
Tag 50mg, am dritten Tag 75mg, am vierten Tag 50mg und am fünften Tag wieder
25mg.
Ein Ergotaminentzug erfordert wie oben dargestellt, intensive
ärztliche Interventionen, was in der Regel nur im Rahmen einer stationären
Behandlung (Schmerzklinik)
durchführbar ist.
Außerdem ist es sehr wichtig, den betroffenen Patient flankierend
psychologisch zu betreuen um ihn auf Dauer zu stabilisieren.
Diese Entzugsbehandlung erstreckt sich über ca. 7-10 Tage, dann ist das Problem (Ergotaminentzug) nachhaltig ausgestanden.
Bei einem ausgeprägten Ergota minmißbrauch droht der gefürchtete Ergot ismus, gekennzeichnet durch Durchblutungsstörungen infolge Vasospasmus (= überschießende funktionelle Gefäßverengung) , v.a. der Gliedmaßen schlagadern, aber auch der Herzkranzarterien, Karotiden (= Halsschlagadern) und Nieren arterien.
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Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
Jetzt noch gute Nachrichten für alle Patienten mit chronischen Schmerzen
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf , in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik) Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 (Pressekommentar dazu: https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik) und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerzklinik.com/sozialgericht3.
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st mit, dass alle gesetzlich Krankenversicherte mittlerweile einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen.
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
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