Laryngeus-superior-Neuralgie
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Der
Gesichtsschmerz
bei einer
Laryngeus-superior-Neuralgie
ist gekennzeichnet durch heftige, attackenförmige Beschwerden, die in der Regel
sekundenlang (bis zu 2 Minuten) anhalten.
Die Beschwerden werden hauptsächlich im seitlichen Kehlkopfbereich verspürt,
nicht selten aber dominieren die Ausstrahlungen zum
Unterkiefer (Kiefer
winkel) bis zum
Ohr
läppchen oder
Gaumen und geben
dann zur Verwechslung mit der
Glossopharyngeusneuralgie Anlaß. Manchmal reicht die
Schmerz
ausstrahlung sogar bis zur
Schulter.
Es bilden sich typische Triggermechanismen (= Auslösemechanismen)
wie Schlucken, Sprechen, Singen, Husten oder
starkes Gähnen aus.
Wie bei der
Trigeminusneuralgie sind im Langzeitverlauf auch
schmerz
freie Intervalle möglich. Die
Schmerzen treten
streng einseitig auf.
Der Nerv entstammt dem N. vagus (= ein sog. Hirnnerv). Er
tritt seitlich durch die Membrana thyroidea
(= Innenhaut der Schilddrüse)
hindurch, wo er einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie)
mit
Lokalanästhetika
(=
örtliche Betäubungsmittel)
zugänglich ist. In hartnäckigen Fällen wird man sich zu Blockaden (Betäubungen)
des
Ganglion cervicale superius
(= eine vegetativen
Schaltstelle im
Rachenbereich)
oder des
Ganglion stellatum
(= eine Schaltstelle
des unwillkürlichen
Nerven
systems im seitlichen
Halsbereich) entschließen. Die
Ganglion cervicale superius-Blockade wird als
GLOA
((=
ganglionäre Opioidanalgesie,
verwendet wird ein Opium-ähnliches Medikament (Opioid)) vorgenommen. Nachteil dieser Methode ist, daß kaum ein
durchblutungsfördernder Effekt eintritt. Aus diesem Grunde ist es vorteilhafter,
eine engmaschige Serie des gleichseitigen
Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
mit einem örtlichen Betäubungsmittel durchzuführen, wobei es neben der
gewünschten Schmerzausschaltung auch zu einer Sympathikolyse und damit kräftigen
Mehrdurchblutung kommt, die dem gestörten Nervenzellstoffwechsel bei einer
Neuralgie kausal (=
ursächlich) entgegen wirkt.
Medikamentöse Schmerztherapie der
Laryngeus-superior-Neuralgie:
Als Mittel der Wahl gelten wie bei der
Trigeminusneuralgie die Antiepileptika
(= Mittel gegen die Fallsucht,
aber auch bei
Neuralgie wirksam)
Gabapentin oder Pregabalin. Carbamazepin
wird wegen der Nebenwirkungen seltener eingesetzt.
Bei ungenügender Wirkung können 300-400 mg Phenytoin oder 3-8 mg Clonazepam
versucht werden.
Gute Resultate sahen wir teilweise auch unter einer Therapie mit Lamotrigin.
Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann
bei der
Trigeminus-Neuralgie
auch das zentral wirksame Muskelrelaxans Baclofen
(= im
Rücken
mark
/ Gehirn wirkendes Mittel zur
Muskel
entspannung)
versucht werden. Die Dosierung
erfolgt einschleichend, z.B. Beginn mit 3x5 mg/d. In Kombination mit
Antikonvulsiva (= krampflösende Mittel)
sollte eine Tagesdosis von 90mg nicht überschritten werden (Steardo et
al. 1984). Die Höchstdosierung gibt der Hersteller allerdings mit nur 75 mg an.
In der Regel sind wie bei der
Trigeminusneuralgie
peripher wirksame
Analgetika
(=
Schmerzmittel)
ohne Nutzen, zentral
(= im Rückenmark / Gehirn) wirksame
Schmerzmittel
allenfalls in hoher Dosierung.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
Jetzt noch gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf , in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu dem Urteil. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik. Mittlerweile gibt es diesbezüglich ein weiteres Urteil, diesmal vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 oder auch https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik.
Alle gesetzlich Krankenversicherte haben mittlerweile Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und die Patienten dürfen sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen (nur zugelassene Einrichtungen wie z.B. unsere). Weiter Einzelheiten erfahren Sie hier (einfach anklicken), oder auch der Orginalseite der Bundesregierung: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
Auch daß für eine Rehabilitation bei Berufstätigen automatisch die Rentenversicherung zuständig ist, stimmt so nicht (mehr). Führen z.B. chronische Schmerzen nicht zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, so ist die Krankenkasse selbst Kostenträger und nicht die Rentenversicherung.
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
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