Mastektomie
(Postmastektomiesyndrom)
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Relativ häufig treten starke
Armschmerzen nach radikaler Mastektomie
(= operative Entfernung der
weiblichen Brus
t
mit Ausräumung der Achselhöhle) wegen
eines
Mammakarzinom
s
auf, bedingt durch Pl
exuskompression
(= Einengung des
Armnervengeflechts) infolge einer
Lymphabflußstörung. Der
Arm ist dabei
unübersehbar stark ödematös
(= wie bei einer krankhaften
Flüssigkeitsansammlung) aufgequollen
(Lymphödem).
Zur Förderung des Lymphabflusses wird der Ar
m mittels einer Handschlinge an einem Gestell (Bettgalgen,
Infusionsständer) mehrere Tage permanent über die Horizontale angehoben. Zur
Unterstützung der abschwellenden Maßnahmen dient die Gabe eines milden
Diuretikums (=
harntreibendes Mittel) sowie
regelmäßige manuelle Lymphdrainage.
Zusätzlich können bei diesen
Schmerzen nach einer Mastektomie
interskalenäre (= im
seitlichen Halsbereich) Blockaden des
Plexus brachialis durchgeführt werden.
Nach Teilabschwellung gelingt dann häufig die Implantation eines axillären
Plexuskatheters zur
kontinuierlichen Blockade (Betäubung) des Plexus brachialis
(= Armnervengeflecht),
der für weitere 10-14 Tage regelmäßig mehrmals täglich mit 10-15 ml
Bupivacain bedient wird.
Mit den genannten Therapiemaßnahmen kann in fast allen Fällen eine
zufriedenstellende Schmerzsituation herbeigeführt werden, außerdem kommt es
durch die
Nervenblockade
behandlung zu einer weiteren Abschwellung des Armes.
Zur Behandlung kann auch die kontinuierliche, interskalenäre
(= zwischen Muskeln im seitlichen, unteren Halsbereich)
Blockade des Plexus brachialis durchgeführt
werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.
Eine Besonderheit stellt das
Postmastektomiesyndrom
(= typische Krankheitszeichen
nach einer Mastektomie) dar, bei dem
neben
Narbenschmerzen in
30-50% auch Phantomphänomene verspürt werden (Strömbeck et Rosato
1987), in der Regel aber ohne schwere
Phantomschmerzen. Später einsetzende, anhaltende
Schmerzen müssen immer auch an ein Tumorrezidiv
(= Neubildung von Krebszellen)
denken lassen.
Die Behandlung erfolgt wie bei der
Mastalgie (Mastodynie).
Methodenbeschreibung
Kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis mit Katheter
Dabei wird ein dünner
Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide
des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach
oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika)
völlig
schmerzlos nachgespritzt.
Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der
Oberarm mit einer
Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung innerhalb der
Nervenscheide nach oben getrieben wird und so auch im
Schulter
-/Achselbereich schmerzlindernd wirken kann.
Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei
gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend
krankengymnastische Übungsbehandlungen (z.B. forcierte Lymphdrainage) möglich
bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche
Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser
Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen
Nerven
betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert,
die entzündlichen oder degenerativen
(= abnutzungsbedingten) Prozessen nachhaltig entgegenwirkt.
Armschmerzen
nach Bestrahlung
Heftige
Plexusschmerzen (Plexalgie)
mit neurologischen Defiziten
(= Zeichen einer Ner
venstörung, -schädigung)
können auch Folge einer Röntgenbestrahlung der supraklavikulären
(= oberhalb des
Schlüsselbeins) oder
Achselhöhlenregion bei B
rustkrebs sein. In der Regel ist das
subkutane Gewebe derb fibrosiert (Strahlenfibrose
(= Verhärtung des Hautuntergewebes)). Hinzu kann eine
Lymphschwellung des Armes treten. Bei fehlender oder gering ausgeprägter
Fibrosierung muß eine
Plexuskarzinomatose
(= Durchsetzung des
Armnervengeflechts mit Tochtergeschwülsten) in Betracht gezogen werden.
Die Behandlung ist sehr schwierig. Bei strahlenbedingten krankhaften
Hautveränderungen ist das Entzündungsrisiko bei Durchführung von
Nervenblockaden
stark erhöht.
Peripher wirkende
Analgetika (=
Schmerzmittel die
überwiegend nur im Schmerzbereich wirken)
sind meist ungenügend wirksam, so daß man um die Verordnung von
Opioide n
(= im Gehirn /
Rücken
mark wirkende
opiumähnliche Schmerzmittel) nicht
herumkommt.
Nach Thoden (1987) bleiben nur die epidurale
(= rückenmarknahe)
elektrische Rückenmarksreizung oder die hochzervikale Chordotomie
(= operative Durchtrennung der Schmerzbahn im oberen Rückenmark).
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
Wer bezahlt eigentlich eine erforderliche, stationäre
Rehabilitationsbehandlung?
(Originaltext der Bundesregierung): "Die Krankenversicherung finanziert
Rehabilitationsleistungen, wenn diese erforderlich sind, um eine Kran
kheit zu erkennen,
zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Beschwerden zu lindern,
sofern die Erwerbsfähigkeit nicht erheblich gefährdet oder gemindert ist.
Sie ist auch zuständig, wenn es darum geht, einer drohenden Behinderung oder
Pflegebedürftigkeit vorzubeugen".
Hinzu kommt seit dem
1.4.2007, daß alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf
eine Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung jetzt
sogar selbst aussuchen können.
Die Rentenversicherungen sind demnach nur dann zuständig, wenn die
"Behandlungen der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bzw.
Wiedereingliederung ins Berufsleben dienen". Wenn also Ihre
Rentenversicherung in diesem Sinne laut Bescheid keinen Handlungsbedarf
sieht, dann ist Ihre Krankenkasse für die Kostenübernahme der stationären
Rehabilitation zuständig.
Auch ist die Krankenkasse selbst
Kostenträger, wenn eine Behinderung oder eine Pflegebedürftigkeit droht. Die Originaltexte finden Sie hier:
http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
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