Meralgia paraesthetica
(Meralgie)
(ICD10-Code: G57.1)
Teilweise wird die Meralgia paraesthetica auch einfach nur als Meralgie bezeichnet.
Die Meralgia paraesthetica äußert sich in brennenden Oberschenkelschmerzen und Empfindungsstörungen an der Außenseite sowie einem Druckschmerz medial (= in Richtung auf die Körperachse) des vorderen oberen Darm bein stachels. In seltenen Fällen treten die Beschwerden beiderseitig auf.
Bei der Meralgia paraesthetica liegt eine isolierte Neuritis (= Nervenentzündung) des Nervus cutaneus femoris lateralis vor. Dieser Nerv entstammt dem Pl exus lumbal is (= Nerven geflecht im Lenden bereich) und verläßt das Becken dicht an der Spina iliaca anterior superior (= vorderer, oberer Darmbeinstachel) und dringt hier durch die Fasern des Leisten bandes, wo er leicht eingeengt werden kann.
Ursachen: mechanisch (Kompressionssyndrom), bedingt durch Druck unter dem Leiste nband oder auch Druck- oder Zugeffekte im Nervenverlauf, v.a. am Austrittsort aus dem Becken), toxisch (= durch Gifteinwirkung verursacht) z.B. bei Alkoholismus oder infektiös (= durch Ansteckung verursacht) z.B. bei Syphilis.
Zur Behandlung der Meralgia paraesthetica stehen 2 operative Techniken zur Verfügung, die Dekompression und die Durchtrennung des Nervs. Diese sollten aber nur durchgeführt werden, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind.
Spezielle Schmerztherapie bei Meralgia paraesthetica
Nicht selten verbleibt trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin eine Meralgia paraesthetica, so daß dann schmerz therapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schmerzen und deren Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Eine länger bestehende Meralgia paraesthetica erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierten Schmerzzentren (Schmerzkliniken) angeboten werden können. Bei Meralgia paraesthetica sind dies:
1. Information über die Erkrankung
2. Medikamentöse Schmerztherapie (u.a. Analgetika (= Schmerzmittel), bei mehr anfallsartigen oder auch brennenden Schmerzen Antiepileptika, Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Muskel entspannung), schmerz lindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
4. Akupunktur (Schmerzakupunktur)
5. Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden), Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) oder auch Hochtontherapie
6. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
7. Physiotherapie bei Funktionseinbußen (z.B. Krankengymnastik und Anwendungen)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit Lokalanästhetika) bei der Meralgia paraesthetica:
Wiederholte Nervenblockade /Betäubung des N. cutaneus femoris lateralis mit 5-8 ml Bupivacain 0,25% im Winkel zwischen Spina iliaca anterior superior (= vorderer oberer Darmbeinstachel) und dem Leistenband. In hartnäckigen Fällen kontinuierliche 3 in 1-Blockade mittels N. femoral is-Katheter.
Anhang Methodenbeschreibung
Kontinuierliche Blockade des Nervus
femoral
is mit Katheter, bzw. 3 in 1 oder Plexus lumbal
is-Blockade:
Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her,
handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der Tiefe den
Oberschenkelnerv auf und legen in die Ner
venscheide (Gewebsumhüllung des
Nerven)
einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen
spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche
örtliche
Betäubungsmittel lösung ein.
Gegen
Oberschenkelschmerzen an der Innen- und Außenseite (Meralgia
paraesthetica) kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog.
3 in 1-Block oder die Plexus lumbalis-Blockade): Wenn man die Menge
der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des
Einspritzens den Oberschen
kel abstaut, wird die Wirkstofflösung
nach oben getrieben (innerhalb der Ner
venscheide) und betäubt u.a. auch den
Nervus cutaneus femoris lateralis.
Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die
grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung),
damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass
die
schmerz lindernde Wirkung
i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf
zurückzuführen, daß bei dieser
Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner
ven betroffen sind, woraus eine sehr
deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese
Behandlungsmethode besonders bei
Schmerzen, die auf
eine
verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse
zurückzuführen sind, hilfreich ist.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Wußten Sie schon,
daß laut Bundesregierung alle gesetzlich krankenversicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine
Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst
aussuchen können - Lesen Sie dazu die Ausführungen des Bundesministeriums für
Gesundheit:
http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
(einfach anklicken)
a
Ist eine Rentenversicherung Kostenträger, besteht diese Wahlmöglichkeit jedoch nicht,
aber:
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen.
Danach hat ein Schmerzpatient
ein Recht darauf, in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden.
Hier
gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik). Mittlerweile gibt es diesbezüglich
zwei weitere Urteile, so vom
Landessozialgericht Hamburg:
http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2
(Pressekommentar dazu:
https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik)
und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in
nur 23 (!!) Tagen:
www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht1.
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>21.08.2007</> kusb
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