Zuerst gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf , in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik) Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 (Pressekommentar dazu: https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik) und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerzklinik.com/sozialgericht3.
Alle gesetzlich Krankenversicherte haben mittlerweile Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und dürfen sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen (nur zugelassene Einrichtungen wie z.B. unsere). Weiter Einzelheiten erfahren Sie auf der Orginalseite der Bundesregierung: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st oder auch hier (einfach anklicken).
Jetzt informieren wir über die
OSTEOPOROSE (2)
Was ist eine Osteoporose?
Die Osteoporose, die generalisiert
(= allgemein
ausgebreitet) oder lokalisiert
(= örtlich begrenzt)
auftreten kann, ist durch eine Verringerung der
Knochen
substanz bei erhaltener Struktur gekennzeichnet.
Die Osteoporose kann sich aufgrund einer endokrinen
(= hormonellen)
Störung (Hyperthyreose
(=
Überfunktion der Schilddrüse),
Morbus Cushing (= Krankheitsbild durch ein Überangebot von
Glucocorticoiden),
Hyperparathyreoidismus
(= Überfunktion der Nebenschilddrüse), Hypogonadismus
(= Unterfunktion der Keimdrüsen)) entwickeln.
Hormonale Faktoren sind an der postmenopausalen
(= Übergangsphase von der
weiblichen Geschlechtsreife zum Alter)
und senilen (=
altersbedingten) Form beteiligt.
Die lokale Variante kommt beim
Sudeck vor, wahrscheinlich bedingt durch lokale Stoffwechselstörungen (Debrunner
1988).
Osteoporose
-
Sch
merzen treten
hauptsächlich im Bereich der
Wirbelsäule auf, in
der Regel weniger segmental begrenzt, sondern über größere Abschnitte. Im
Verlauf der Erkrankung kommt es zu wiederholten Spontanfrakturen
(= Knochenbrüche ohne äußere
Gewalteinwirkung), die zu einer
Fehlstellung führen, wodurch die kleinen Wir
bel
gelenke, der
Bandapparat und die
Muskulatur
in Mitleidenschaft gezogen werden und zusätzlich
Sch
merzen
verursachen.
Die Osteoporose verläuft schubförmig. In der Akutphase ist Bettruhe angezeigt,
ansonsten ist Inaktivität zu vermeiden, darüber hinaus sollte regelmäßig eine
muskel
kräftigende
Heilgymnastik durchgeführt werden. Physikalische Therapiemaßnahmen (lokale
Wärmeanwendungen, Elektrotherapie) sind ebenfalls hilfreich.
Die postmenopausale
(= nach Ausbleiben der Regel)
und senile (= greisenhaft, im Greisenalter auftretende)
Osteoporose ist medikamentös nur schwer zu beeinflussen. Die Wirkung von
anabolen (= aufbauenden)
Hormonpräparaten ist nicht eindeutig gesichert. Eine Substitutionsbehandlung
(= Gabe von
Substanzen, die eigentlich ausreichend im Körper vorhanden sein müßten)
mit Kalzium und Vitaminen zeigt nur begrenzte Wirkung, in der Regel sind diese
Stoffe im Körper reichlich vorhanden, können aber vom erkrankten Kn
ochen nicht verwertet werden.
Die Gabe von Calcitonin
(= Hormon mit kalziumregulierender Wirkung)
scheint erfolgversprechender zu sein, neben der hormonellen soll eine
antinozizeptive (= gegen Schädlichkeiten gerichtete)
Wirkung bestehen. Besonders in der akuten Phase sind Infiltrationen mit
Lokalanästhetica
hilfreich. Meist kommt man jedoch um den Einsatz (vorwiegend) peripher wirksamer
Analgetika nicht herum.
Nach einem Bericht des Ärzteblattes senkt Zoledronsäure das Frakturrisiko (= Risiko eines Knochenbruchs) bei Osteoporose. Eine einmal jährliche Infusion mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure beugte in einer randomisierten kontrollierten Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2007; 356:1809-1822) effektiv osteoporotischen Frakturen vor. Nicht wenige Patienten erkrankten jedoch an einem schweren Vorhofflimmern, einer bisher nicht mit Bisphosphonaten in Verbindung gebrachten Komplikation.
Sehr interessant ist noch eine weitere Nachricht, danach verhindert das Osteoporose -Medikament Raloxifen nach einer amerikanischen Studie Brustkrebs ebenso gut wie das Krebsmittel Tamoxifen, in der Verträglichkeit war Raloxifen sogar überlegen.Medikamentöse Therapie bei Osteoporose:
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel):
Bei anhaltenden
Rückenschmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden.
Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist
die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen
Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen, Ner
ven- und rückenmarknahen Blockaden.
Infiltrative Lokalanästhesie
(= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel)
zur
Behandlung:
Die einfachste diesbezügliche Therapie
besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die
Wirbelsäule
angrenzenden
Muskulatur.
Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5%
völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von
Triggerpunkten (=
kleine Reizzonen hpts. in der Mus
kulatur)
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Periphere temporäre
Nervenblockade
(= mehr oberflächliche,
zeitlich begrenzte Ner
venbetäubungen):
Periphere (=
oberflächliche) Schmerzprojektionen
entlang der Interkostalner
ven
(= Zwischenrippenner
ven) sprechen gut
auf wiederholte Interkosta
lblockaden
mit einem örtlichen Betäubungsmittel an. In
hartnäckigen Fällen kann die Blockadefrequenz durch
Implantation eines Katheters erhöht werden.
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie
pseudoradikulärer (=
scheinbar Nervenwurzeln betreffende) und radikulärer
(= Nervenwurzeln betreffende)
Schmerzausstrahlungen eignet sich im Lendenwir
belsäulen-Bereich die Blockade der korrespondierenden Ner
venwurzeln,
auch mit Katheter.
Die lumbale (=
den Lendenbereich betreffende) peridurale
(= rückenmarknahe)
Blockade, insbesondere mit Katheter,
ist eine sehr effektive Maßnahme, die allerdings nur
unser stationären Bedingungen durchgeführt werden sollte. Bei technischer
Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der
hygienischen Belange kann das Risiko bei der Indikation "Rückenschmerzen"
als vertretbar eingestuft werden. Die Wirkung einer lumbalen peri(epi)duralen
Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge und -konzentration so
gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus der gesamten unteren Körperhälfte bei
weitgehend erhaltener Motorik blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den
Vorteil, daß die Patienten nicht immobil sind, sondern gleichzeitig
physiotherapeutisch behandelt werden können.
Mit einem entsprechenden Lokalanästhetika-Volumen kann die Blockade bis zu den
thorakalen (= den
Brustbereich betreffenden) Segmenten
ausgedehnt werden.
Physikalische Therapie:
Auch die Elektrostimulation kann bei Osteoporose eine Beschwerdelinderung
herbeiführen. Die transkutane Stimulation mit Niederfrequenzgenerator
über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf
selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig paravertebral
(= neben der Wir
belsäule)
im Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der
Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca.-10 bis-15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (z.B.
Rotlicht oder auch Infrarot-Wärmekammer) als besser wirksam. Warme Bäder können
ebenfalls
Rückenschmerzen lindern.
Auch eine
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie)
kann sehr hilfreich sein, gleiches gilt für die
Hochtontherapie.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei
Osteoporose nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese
Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt
sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar bei Osteoporose ist aber die heilgymnastische
Therapie, da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen
Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren, da auf Dauer
nur eine kräftige Mus
kulatur eine statische und dynamische
Insuffizienz des Achsenorgans kompensieren kann. Auch Heilgymnastik im wohl
temperierten Bewegungsbad kann manchmal die Schmer
zen eindrucksvoll lindern.
Die Methoden der modernen Sch merztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehand lungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
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Aktualisiert: >06.09.2007</>
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