Informationen über Krankheit und Schmerztherapie

Thema: Schmerz in der Psychiatrie
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Neurotische Schmerzen

Die Schmerzphysiologen (Mersey 1968, Weinsberg 1982, Fordyce et Steger 1982) sprechen von einem psychogenen (= psychisch verursachten) Schmerz; dieser "sei hauptsächlich oder gar ausschließlich durch psychologische Faktoren verursacht, wohingegen organischer Schmerz vorwiegend oder ausschließlich körperliche Ursache habe" (Weinsberg).
Da in der schmerzphysiologischen Literatur unter diesem Begriff auch Krankheitsbilder wie Schizophrenien 
(= psychiatrische Erkrankungen mit vielgestaltigem psychisch krankhaften Zustandsbild) subsumiert werden, die nach psychiatrischen Kriterien dieser Definition nicht entsprechen, wird zur Vermeidung von Unklarheiten im folgenden der Begriff "psychogen" vermieden und statt dessen von neurotischen Schmerzen gesprochen.

In der psychiatrischen Schmerztherapie stellen die Patienten mit neurotischen Störungen die große Mehrheit dar. Eine zahlenmäßige Erfassung ist erschwert, da die Mehrzahl der Neurotiker (= Menschen mit psychisch bedingten Krankheitsstörungen) verschiedene Verdeckdiagnosen trägt.
Die vielen Gesichter der Schmerzen, unter denen die neurotischen Patienten leiden, zu ordnen oder auch nur ihren Bestand aufzunehmen, ist nicht nur wegen der von Schule zu Schule und teils von Arzt zu Arzt unterschiedlichen Neurosetypologien unmöglich. Es gibt keine kennzeichnenden spezifischen Schmerzen für irgendeinen Neurosentyp, weder was die Lokalisierung noch was den klinischen Aspekt anbelangt. Darum kann aus psychiatrischer Sicht allein nach dem Symptom Schmerz die Neurose weder als solche noch als Typus diagnostiziert werden. Vielmehr kann auch der Schmerz selbst nur im Zusammenhang mit den übrigen Symptomen beschrieben und verstanden werden.

Der hysterische (konversionsneurotische)(= eine theatralisch erregte, wenig affektverarbeitende Verhaltensweise betreffend) Schmerz hat etwas Dramatisches, Theatralisches, mit dem Anschein der akuten Lebensgefahr.
Hinzu kommt eine extreme Unruhe oder aber auch eine Lähmung bis hin zum Mutismus
(= beharrliches Schweigen bei intaktem Sprechorgan u. erhaltenem Sprachvermögen) mit Atemstörungen (Erstickungsgefühl, Dyspnoe (= Atemnot, Lufthungergefühl), pseudoasthmatischer Zustand). Manchmal treten auch Sphinkterstörungen (= Störung der Schließmuskeln), Krämpfe, Bewußtlosigkeit und kollapsähnliche Zustände auf.

Beim Astheniker (= der magere, blaß-schmalgesichtige Konstitutionstyp; mit langen, dünnen Gliedmaßen, Langhalsigkeit, relativ kleinem Kopf u. schmalem, flachem Brustkorb) erscheint der Schmerz im Rahmen einer allgemeinen Erschöpfung. Er hat einen unbestimmten, dumpfen, drückenden Charakter, assoziiert (= verknüpft) mit Schlafstörungen, Schlaflosigkeit oder auch Schläfrigkeit, verschiedenen vegetativen Störungen (Appetitlosigkeit, Obstipation (= Stuhlverstopfung)), Konzentrationsschwäche und anderes mehr.

Bei Vegetativen ist der Schmerz meist in der Herzgegend lokalisiert (Herzneurose), paart sich mit Kreislaufstörungen, Pulsveränderungen oder auch mit Appetit- und Schlafstörungen.

Der Depressive erlebt seinen Schmerz entsprechend der Veränderung seiner Stimmungslage. Sein Gesichtsausdruck zeigt Leiden, Verzweiflung, Mißtrauen in den Heilungserfolg, aber auch hier können Schlaf- und vegetative Störungen vorkommen.

Der Angstpatient erlebt einen Panikzustand, er ist unruhig, kann nicht schlafen, quält andere mit Fragen. Er ist besorgt, ggf. obsediert (= mit Zwangsvorstellungen behaftet) oder phobisch (= ausgeprägt, sich entgegen besserer Einsicht zwanghaft ängstlich), hat kein Vertrauen. Herzschmerzen mit Kreislauf- und Atemstörungen sind nicht selten.

Die Diagnose darf nicht durch ein negatives Urteil, durch Ausschluß (Fehlen eines organischen Befundes sei gleich Neurose) gestellt werden. Die psychiatrische Diagnose der Neurose ist eine positive, psychologische, sie erfolgt durch die Ermittlung der jeweiligen Konfliktsituation und des entsprechenden psychischen Komplexes.
Ebenso wird der Typus der Neurose nicht nur durch die oben beschriebene Symptomenanalyse festgestellt, hinzu kommt noch die Festlegung des psychologischen Komplexes, der psychischen Fixierung oder des Regresses
(= Zurückentwicklung) in einem frühkindlichen Entwicklungsstadium (oral (= die durch Inbesitznahmen gekennzeichnete 1. frühkindliche Entwicklungsphase), anal (= eine weitere kindliche Entwicklungsphase), ödipal (=in der frühen genitalen Phase (3.-4. Lebensjahr) auftretende Geschlechtsgefühle und Inzestwünsche gegenüber dem gegengeschlechtlichen Elternteil)) durch den Psychiater.

Ein besonderer Typus des psychogenen Schmerzes ist die Panalgesie (= Ganzkörperschmerz). Man begegnet ihr meistens bei Hysterien (= theatralisch erregte, wenig affektverarbeitende Verhaltensweisen), nicht selten als Hemialgesie (= Halbseitenkörperschmerz), sie kommt aber nicht obligatorisch vor und kann bei anderen Neurotikern ebenfalls auftreten.
Mit besonderen Schwierigkeiten kann die Differentialdiagnose
(= welche Krankheit sonst noch in Frage kommen könnte) neurotisch bedingter Schmerzen verbunden sein. Von neurologischen Störungen müssen Sensibilitätsstörungen wie Dysästhesien (=schmerzhafte Mißempfindungen), Parästhesien (= Fehlempfindungen), Hypo- oder Hyperalgesien (= herabgesetzte oder gesteigerte Schmerzempfindlichkeit), abgegrenzt werden.

Bei Neurotikern (= Menschen mit psychisch bedingten Krankheitsstörungen) sind solche Störungen nicht klar ausgeprägt, sondern mehr oder weniger chaotisch. Sie respektieren auch nicht das Innervationsgebiet (= Versorgungsgebiet) eines Nerven oder einer Wurzel, sondern sind halbseitig, ringförmig oder betreffen ganze Gliedmaßen.

Besonders Hysterien (= theatralisch erregte, wenig affektverarbeitende Verhaltensweisen) aber auch andere Neurosen können praktisch jede körperliche Erkrankung vortäuschen. Bei Patienten, die als Hysteriker bekannt sind, besteht die Gefahr, daß eine organische Krankheit übersehen wird.

Unbedingt muß bei der Differentialdiagnose (= welche Krankheit sonst noch in Frage kommen könnte) auch an den psychotischen Schmerz gedacht werden.

Erhöhte Aufmerksamkeit ist bei Depressionen geboten; von neurotischen Depressionen müssen psychotische (= eine psychiatrische Erkrankung betreffende) endogene (= innerhalb der Psyche entstandene) oder exogene, durch organische Hirnerkrankungen bedingte Formen unterschieden werden. Sehr oft werden Kranke mit dem einfachen Etikett "Depression" versehen, ohne genauere Angaben, was absolut unzulässig ist.

Im Zusammenhang mit vorbestehenden, schmerzerzeugenden organischen Erkrankungen können sekundär neurotische Erscheinungen auftreten.

Jeder Kranke erlebt den Schmerz auf seine Weise entsprechend seiner psychologischen Struktur, d.h., daß bei Patienten mit organischen Störungen verschiedene hysterische, depressive, anxiöse (= ängstliche) usw., also psychisch bedingte Erscheinungen gleichzeitig vorkommen können. Man spricht in solchen Fällen von psychogener Überlagerung.

Chronische Depressionen bei chronisch organischen Schmerzpatienten können auf die von dem primären Leiden permanent verursachten Störungen zurückzuführen sein.

Der Schlaf ist ständig von Nachtschmerzen beeinträchtigt, die Tagestätigkeit ist behindert, es entwickeln sich ein allgemeines Unwohlbefinden, ein Gefühl der Nutz-, sowie Lust- und Hoffnungslosigkeit, diverse Rentenneurose (posttraumatische Zerebrasthenien (= Störung bestimmter Körpergefühle) und sekundäre vegetative Erscheinungen. Ich schlage vor, diesen Zustand "sekundäre Depression" zu nennen. Ihren depressiven Zustand erkennen und behaupten diese Patienten oft selbst ("Wie könnte ich mit diesen jahrelangen Schmerzen heiter und glücklich sein?").

Eine starke Schmerzfixierung und besonders hartnäckige Therapieresistenz findet man andererseits bei der sog. Rentenneurose (posttraumatische Zerebrasthenie, posttraumatische Neurose, Rentenbegehren).

Psychotische Schmerzen

Der Körperschmerz im Rahmen diverser Psychosen (= Oberbegriff psychiatrische Erkrankungen mit erheblicher Beeinträchtigung psychischer Funktionen), obwohl etwas seltener als der neurotische (= psychisch bedingte Krankheitsstörungen betreffend) Schmerz, ist bei genügend Fällen anzutreffen, um eine besondere Aufmerksamkeit zu rechtfertigen.
Im allgemeinen äußert sich dieser Schmerz nicht so geräuschvoll wie bei den Neurosen und ist oft ein zweitrangiges Symptom, weil er von dem besonderen Ernst der psychotischen Störung überschattet wird.

Das sog. Borderline-Syndrom bezeichnet Krankheitsbilder auf der Grenze von Neurose (= psychisch bedingte Krankheitsstörungen) zu Psychose (= Oberbegriff psychiatrische Erkrankungen mit erheblicher Beeinträchtigung psychischer Funktionen). Die Neurosensymptomatologie ist dabei mit abgeschwächten Anzeichen einer Psychose, vor allem Schizophrenie, untermischt. Bei solchen Patienten trifft man Körperschmerzen aller Art, die aber im Unterschied zum einfachen neurotischen Schmerz immer noch etwas Eigenartiges, Zusätzliches aufweisen.

Schizophrenie-Kranke (= psychiatrische Erkrankungen mit vielgestaltigem psychisch krankhaften Zustandsbild) leiden oft an Kopfschmerzen. Der Schmerz ist dumpf und fast ständig vorhanden. Der starre, gespannte, charakteristische Gesichtsausdruck ist wohl zum Teil die Folge davon. Der Kranke empfindet oft ein "seltsames Gefühl" im Kopf: als wolle dieser bersten, aber nicht weil er so sehr schmerzt, sondern weil der Kopf größer wird und/oder zu platzen droht. Das Gefühl geht oft mit Gehör- oder Geruchshalluzinationen (= Einbildungen) und mit einem Gefühl der Entfremdung einher, so als ob der Kranke den eigenen Schmerz, den er immer wieder erwähnt, nicht intensiv genug und wahrhaftig erleben könne. Nicht selten ist ein solcher Schmerz die erste Manifestation einer Schizophrenie, wobei es ziemlich lange dauern kann, bis die übrigen krankheitseigenen Symptome auftauchen.

Die coenästhetische Schizophrenie äußert sich vor allem durch seltsame körperliche Mißempfindungen wie Schmerzen, Parästhesien und andere. Im Unterschied zur Hypochondrie sind diese aber keine Überbewertung geringfügiger körperlicher Beschwerden, sondern eine primäre Störung.
Dergleichen Mißempfindungen können die charakteristischen schizophrenen Störungen verzerren und auch einen erfahrenen Psychiater verunsichern. In solchen Fällen sind die psychopathologische Analyse und die Geduld bei der Suche nach gesicherten schizophrenen Symptomen von besonderer Wichtigkeit.

Bei der Geruchshalluzinationeniven Psychose treten Schmerzen besonders bei der melancholischen Form auf.

Bei Manikern (= an Manie leidender Mensch) (lateinisch mania = Besessenheit, Raserei, Wahnsinn) werden sogar vorbestehende organisch bedingte Schmerzen nicht oder nur zeitweise wahrgenommen; sie "haben nicht die Zeit", an Schmerzen zu leiden.
Seltsam ist auch die Tatsache, daß Maniker, obwohl sie wenig oder gar nicht schlafen, entgegen allen Erwartungen kaum an Kopfschmerzen leiden.

Melancholiker (= Personen mit trübsinnige Gemütsverfassung, schwermütige Verstimmung) dagegen weisen in ihrem psychopathologischen (= krankhafte seelische Vorgänge betreffend) Bild sehr oft verschieden geartete und verschieden lokalisierte Körperschmerzen auf (Bauch, Thorax, Muskeln, Glieder, Kopfschmerzen). Meistens widerstehen diese anhaltend dumpfen Schmerzen hartnäckig der Behandlung. Manchmal beherrschen sie das klinische Bild wie bei der hypochondrischen (= den Zustand ausgeprägten Besorgtseins um die Gesundheit mit übermäßiger Selbstbeobachtung betreffende) Form der Melancholie. Die Schmerzen können zu seltsamen Ideen führen. Der Patient meint, an einer schweren Krankheit wie Krebs zu leiden, die zur Zerstörung des schmerzenden Organs führt (Negationsideen vom Typ Cottard). Diese Ideen erreichen absurden Charakter: Der Magen schmerzt fürchterlich, aber er existiert nicht mehr.

Die Involutionspsychosen (= Psychosen, die erst im fortgeschrittenen Alter ausbrechen) können mit Schmerzen von schleppendem, starrem, mehr oder weniger seltsamem Charakter einhergehen. Der Schwund der Fähigkeit zu begreifen, macht solche Fälle der Psychotherapie besonders schwer zugänglich.

Beim hirnorganischen Psychosyndrom (= aufgrund einer Hirnschädigung eingetretene psychische Veränderungen mit Hirnleistungsschwäche und Persönlichkeitsveränderungen einhergehend) können verschiedene Schmerzen und Empfindungsstörungen auftreten, vor allem aber Kopfschmerzen. Diese Schmerzen werden von den betreffenden Hirnläsionen und deren Stadium verursacht. Von diesem Stadium hängen dann auch Erlebnisfähigkeit und die Fähigkeit, die Störungen intellektuell zu integrieren, ab.

Therapeutische Grundsätze

Psychotherapie ist bei neurotischen Schmerzen die Methode der Wahl. Sie darf nie umgangen werden. Man muß die Patienten dafür gewinnen, man muß sie über die ursächlichen Zusammenhänge, über den psychischen Mechanismus, der ihren Schmerzen zugrunde liegt, aufklären, damit sie diese Therapie akzeptieren und ihr vertrauen.

Einzel- und/oder Gruppentherapie, können je nach Ernst der Schmerzen, der psychologischen Struktur und Reaktivität des Individuums, durchgeführt werden. Die Bandbreite der Behandlungsmethoden erstreckt sich vom einfachen Gespräch bis zur weitreichenden Analyse. Psychoanalytische (=  eine Methode betreffend, mit der die unbewußte Bedeutung seelischer Vorgänge aufgeschlüsselt werden kann) oder Verhaltenstherapie (= diese behandelt  nur das an Kranken offen beobachtbare gestörte Verhalten direkt) wird je nach der Orientierung der Klinik und der psychischen Struktur des Patienten angewandt. Dabei sollte keines der Verfahren verabsolutiert, sondern die Methode gewählt werden, auf die der Patient am ehesten anspricht. Denn die Schmerzerscheinung ist etwas Akutes, Dramatisches, Unerträgliches. Solche Patienten können nicht warten, sie haben keine Geduld, sie werden von ihren Schmerzen ständig, sowohl in ihren täglichen Beschäftigungen als auch aus dem Schlaf heraus, aufgescheucht. Sie erwarten dringend Hilfe, und zwar sofort.
Wenn solche Patienten in die Klinik kommen, haben sie in der Regel schon alle Analgetika
(= Schmerzmittel), Sedativa und andere Methoden der Schmerzbekämpfung absolviert.

Meist wird die Verhaltenstherapie das geeignete Verfahren sein. Während der Anwendung verschiedener verhaltenstherapeutischer Methoden spürt und sieht der Kranke sofort, daß etwas für ihn getan wird und faßt Vertrauen. Auch sind die Methoden der Verhaltenstherapie der von den Krankenkassen und Versicherungen meist begrenzten stationären Behandlungszeit leichter anzupassen.
Zusätzlich appliziert man Muskelentspannungstechniken und autogenes Training, welche die für die Psychotherapie notwendige Lockerung schaffen. Man übersehe nicht, daß wohl jeder Schmerz durch die ihm eigenen Muskelverspannungen einen eigenen Circulus vitiosus
(= Teufelskreis) erzeugt. Ebenfalls zur Entspannung können von Fall zu Fall Hypnosesitzungen angezeigt sein.
Die Psychotherapie findet aber auch bei organischen Schmerzen Verwendung, und zwar nicht nur zur allgemeinen Entspannung, sondern auch in Form diverser Techniken der Desensibilisierung und der Dekonditionierung
(= Beseitigung einer Verknüpfung eines unbedingten mit dem unspezifischen bedingten Reiz). Selbst dort, wo bei chronischen organischen Schmerzpatienten praktisch keine Linderung zu erwarten ist, sollte die Psychotherapie wenigstens versuchen, die Patienten zu lehren sich zu entspannen und mit ihren Schmerzen zu leben. Die erreichte Verringerung der Schmerzen kann den weiteren Krankheitsverlauf ggf. positiv beeinflussen.

Die ganze Palette der Behandlungsmethoden muß ausgeschöpft werden: Kreativtherapie, Musik-, Familien-, Paar- und Soziotherapie (= eine Behandlung die die Einflüsse gesellschaftlicher Faktoren auf Gesundheit u. Krankheit berücksichtigt). Der Sozialarbeiter hat die Aufgabe, Lösungen für die Familien-, Arbeitsplatz-, Umschulungs-, Gerichts-, Renten- u.v.a. Probleme des Kranken zu suchen und zu finden, damit die Ergebnisse der Psychotherapie im weiteren Leben des Patienten wirksam bleiben.

Die medikamentöse Behandlung steht der Bedeutung nach an zweiter Stelle. Vorübergehend kann man als Bedarfsmedikation geringe Dosen von schwachen Analgetika verabreichen, vor allem am Anfang der Behandlung, bis die Psychotherapie zu greifen beginnt. In derselben Zeit kann man auch Beruhigungsmittel zur Schlafregulierung und zur Bekämpfung erhöhter Erregbarkeit benutzen. Benzodiazepine sind wegen möglicher Abhängigkeitserscheinungen gefährlich. Wenn möglich, sollte man anstatt ihrer Pflanzenpräparate (Baldrian, Passiflora etc.) anwenden, oder Hydroxyzinpräparate (Atarax®), bei welchen bislang keine Abhängigkeit bekannt ist.
Zur Steuerung der erhöhten Erregbarkeit verwendet man heute sedierende und schlafanstoßende Antidepressiva wie Doxepin (Aponal®, Sinquan®), Amitriptylin (Saroten®, Laroxyl®), Amitriptylinoxid (Equilibrin®) oder Maprotilin (Ludiomil®, Depressase®) sowie schwache Neuroleptika vom Typus Levomepromazin (Neurocil®), Thioridazin (Melleril®) oder Chlorprothixen (Truxal®, Taractan®). Bei diesen Arzneimitteln wurden auch gewisse schmerzlindernde Wirkungen beschrieben. Sie werden in kleinen Dosen, meist in alleiniger Abendgabe, verabreicht, in Fällen von erhöhter Tageserregbarkeit mitunter auch in geringen Dosen bei Tag. Die Verbindung Antidepressivum / Neuroleptikum wirkt oft durch gegenseitige Potenzierung.
In Fällen von Depression mit betonter Inhibition können Antidepressiva mit antriebssteigernder Wirkung gegeben werden, wie Nortriptylin (Nortrilen®), Clomipramin (Anafranil®) oder Imipramin (Tofranil®) in kleinen Dosen morgens und mittags, nicht abends, um den Schlaf nicht zu beeinträchtigen. In der Behandlung von Depressionen haben wir ansonsten mit befriedigenden Ergebnissen Fluvoxamin (Fevarin®) eingesetzt.

Bei all diesen Mitteln ist zur Zeit keine Abhängigkeit bekannt, was ihre Anwendbarkeit sehr erweitert. Sie werden aber wegen ihrer Nebenwirkungen nicht immer gut vertragen. Die Leberwerte müssen wiederholt bestimmt, Herz, Kreislauf (EKG), Nieren und Hirn müssen laufend überwacht werden. Bei psychogenen Störungen ist die Rolle dieser Mittel relativ gering. Allenfalls gereichen sie in geringen Mengen am Anfang einer Behandlung zur Schlafregulierung, Erregungsminderung und zur Schmerzbekämpfung.
Ebenfalls vorübergehend als Behelfstherapie können provisorisch bei Verspannungen Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) gegeben werden.

Bei psychotischen Störungen finden Antidepressiva und starke Neuroleptika ihren eigentlichen Anwendungsbereich, je nach Fall auch in Retard- oder Depotform, in adäquaten, höheren Dosen als bei neurotischen Störungen. Diese gesteigerten Dosen verpflichten auch zu gesteigerter Vorsicht in Richtung Nebenwirkungen. Solche Fälle werden gewöhnlich im akuten Stadium in psychiatrischen Kliniken behandelt und kommen in der Regel erst später, in kompensiertem Krankheitszustand, in psychosomatische Schmerzkliniken.

Manchmal ist es bei Angstpatienten mit starken Verspannungen, vor allem bei Resistenz gegen Psychotherapie, notwendig, eine sog. "Entspannungs- oder Schlafkur" zu verordnen, die gewöhnlich mit Flunitrazepam (Rohypnol®) und Prothipendyl (Dominal®)realisiert wird. Der Schlaf wird mit 1-3mg Rohypnol® und 40mg Dominal® i.m. induziert. Wenn der Patient aufwacht, gibt man weitere 1-2mg Rohypnol® und ggf. 20-40mg Dominal®, 3 Tage lang. Manchmal bewirkt eine solche "Kur" eine Art "Katharsis", d.h., der Kranke erwacht ruhig, zufrieden, sogar glücklich darüber, daß er keine Schmerzen hat und Stellungen einnehmen kann, wie es ihm früher schmerzbedingt nicht möglich war.

Die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von unspezifischen Infiltrationen im Schmerzbereich oder Nervenblockaden mit z.B. Bupivacain 0,25% zeigt oft eine lösende Wirkung. Der organisch fixierte Kranke bemerkt, daß im schmerzenden Bereich etwas geschieht, sei es auch nur ein wohliges Wärmegefühl und ein Kribbeln. Im Sinne eines Placeboeffektes (= Wirkung eines Scheinmedikaments) kann durchaus auch Schmerzlinderung oder gar vorübergehende Schmerzfreiheit eintreten. Der Patient fühlt sich in Bezug auf sein körperorientiertes Kausalitätsbedürfnis (= Glaube an einen bestimmten Entstehungsmechanismus einer Erkrankung) ernst genommen und gewinnt Vertrauen. Er spürt, daß seine Schmerzen eben nicht, wie er glaubte, unbeeinflußbar sind. Auf dieser Basis kann dann eine fruchtbare Psychotherapie aufgebaut werden.

Auch die Elektrophysiobalneotherapie eignet sich zur Bekämpfung psychogener Schmerzen. Eine gute Massage wirkt entspannend, ein Bad beruhigend, korrekt angewandte Krankengymnastik kann nur gut tun. Durch verschiedene Anwendungsformen des elektrischen Stroms werden diverse Gewebe stimuliert oder es wird gezielt auf Gelenke, Muskeln und Nerven eingewirkt, wenn auch nur über den Placeboeffekt, weil die Patienten merken, daß im schmerzenden Bereich etwas geschieht.
Spaziergänge an der frischen Luft, verschiedene Formen von Beschäftigungstherapie, Teilnahme an Veranstaltungen und Vorträgen, eine angenehme Umgebung in der Klinik und am Kurort ergänzen wohltuend die schmerzbekämpfende Behandlung.

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chronische Kokzygodynie: http://www.kokzygodynie.de, Kolitis: http://www.enteritis-regionalis.de/kolitis, Kolitis ulcerosa: http://www.kolitis-ulcerosa.de, Kombinationskopfschmerz: http://www.kombinationskopfschmerz.de, Kombinationskopfschmerzen: http://www.schmerzklinik.com/kombinationskopfschmerz, Kompressionssyndrom: http://www.kompressionssyndrom.deKopfschmerzanfälle: http://www.kopfschmerzanfaelle.de, Kopfschmerz: http://www.1-kopfschmerz.deKopfschmerz bei Migräne, Kopfschmerzen bei Migräne: http://www.kopfschmerzsyndrom.de/migraene-kopfschmerzen, Kopfschmerz vom Spannungstyp: http://www.stirnkopfschmerzen.de/spannungs-kopfschmerz, Kopfschmerzen (1): http://www.1-kopfschmerzen.de, Kopfschmerzen (2): http://www.kopfschmerzen.li, Kopfschmerzen vom Spannungstyp: http://www.kopfschmerzen-schmerzbehandlung.de/spannungskopfschmerzen, Kopfschmerzerkrankung, Kopfschmerzsyndrom, Kopfschmerzbehandlung: http://www.zephalgie.de/kopfschmerzbehandlung, Koxarthrose: 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http://www.oberbauchschmerzen.de/magenschmerzenMagnetfeldtherapie: http://www.schmerzklinik.com/magnetfeldtherapie, Mastektomie: www.schmerzklinik.com/mastektomie, Mastodynie, Metatarsalgie, Migräne (1), www.1-migraene.de, Migräne (2): www.migraene.co.uk, Migräne-Anfälle: http://www.kopfschmerzsyndrome.de/migraene-anfaelle, Migräne-Anfall: http://www.kopfschmerzen-behandlung.de/migraene-anfall, Migräneattacken: http://www.bing-horton-syndrom.de/migraeneattacken, Migränekopfschmerz: http://www.migraene-kopfschmerz-behandlung.de, Migränekopfschmerzen: http://www.kopfschmerzen-schmerzbehandlung.de/migraenekopfschmerzen, Migräne-Kopfschmerztherapie: http://www.migraene-kopfschmerztherapie.de, Migränemittel: http://www.bing-horton-syndrom.de/migraenemittel, Migräneprophylaxe: http://www.migraeneprophylaxe.de, Migränetherapie: http://www.bing-horton-syndrom.de/migraenetherapie, MononeuropathieMorbus Bechterew: www.scheuermann-krankheit.de/morbus-bechterew, M. 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periphere arterielle Durchblutungsstörungen: www.durchblutungsstoerungen-arterielle.de, periphere arterielle VerschlußkrankheitenPhantomschmerz: http://www.kausalgie.de/phantomschmerz, Phantomschmerzen: http://www.phantomschmerzen.de, Piriformis-Syndrom, Plexusblockade, Polymyalgia: http://www.polymyalgia.de, Polyneuropathie, Polyneuropathien: www.brachialgie.de/polyneuropathien, Polyradikulitis: http://www.schmerzklinik.com/polyradikulitis, Postthorakotomie-Syndrom, Postherpetische Neuralgie, Postlaminektomie-Syndrom: http://www.schmerzklinik.com/postlaminektomie-syndrom, Postnukleotomie-Syndrom, Postthrombotisches Syndrom: http://www.postthrombotisches-syndrom.de, Posttraumatische Kopfschmerzen: http://www.posttraumatische-kopfschmerzen.de, Postzosterneuralgie: http://www.schmerzpraxis-bad-mergentheim.de/postzosterneuralgie, Postzosterische Neuralgie, pseudoradikuläre Syndrome, Psychiatrie. http://www.schmerzklinik.com/psychiatrie, psychogenes Schmerzsyndrom, Psychologische Schmerzbehandlung, psychologische Schmerztherapie (1): www.crohn-krankheit.de/psychologische-schmerztherapie, psychologische Schmerztherapie (2): www.schmerztherapie-psychologische.de, Psychopharmaka: www.schmerzklinik.com/psychopharmaka, Psychosomatik: http://www.schmerzklinik.com/psychosomatik, Pudendusneuralgie Q Querschnittläsion: http://www.schmerzpraxis-bad-mergentheim.de/querschnittlaesion, Querschnittslähmung: www.schmerzklinik.com/querschnittslaehmung, Querschnittsläsion: http://www.querschnittslaesion.de, Querschnittssyndrom: http://www.querschnittssyndrom.de, R Radikuläre Syndrome: http://www.radikulaere-syndrome.de, Raynaud: http://www.raynaud.info, Reflexdystrophie: http://www.reflexdystrophie.de, Rehabilitation: http://www.stationaere-rehabilitation.de, Reizdarm, Reizdarm-Syndrom: http://www.enteritis-regionalis.de/reizdarm-syndrom, Reizdarmsyndrom, chronisches Reizkolon, Restless legs: http://www.restless-legs.li, Restless-legs-Syndrom: 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