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Psychosomatik
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Unter Psychosomatik versteht man die Lehre von den wechselseitigen Beziehungen zwischen Körper (Soma) und Seele (Psyche). Wenn chronische Schmerzen längerfristig bestehen, wird auch die Seele in Mitleidenschaft genommen, so daß eine alleinige körperliche Behandlung nicht ausreicht, gleiches gilt natürlich auch umgekehrt für einseitig ausgerichtete psychologisch/ psychotherapeutische Schmerzinterventionen.
Die besten Ergebnisse sind deshalb zu erwarten, wenn beide Therapieansätze fachlich qualifiziert parallel zum Einsatz kommen, die Schmerzklinik Bad Mergentheim erfüllt diese Voraussetzung.
Psychologisch/psychotherapeutische Interventionen bei chronischen Schmerzen1. Biopsychosoziales Verständnis chronischer Schmerzen
Da kein psychischer Prozeß ohne
somatisches (= körperliches) Korrelat
vorstellbar ist, macht eine Unterscheidung von psychogenem (=
psychisch verursacht) und
somatogenem (= körperlich
verursacht) chronischem
Schmerz schon theoretisch wenig Sinn (Janke 1976, Flor et Birbaumer
1993).
Die praktischen Konsequenzen dieser Unterscheidung sind für die betroffenen
Patienten weitaus schlimmer. Wenn etwa ein als psychogen eingestufter Schmerz
vom Behandlungspersonal ausschließlich psychopharmakologisch
(= Arznei zur Beeinflussung der Psyche)
bzw. psychotherapeutisch angegangen wird, kann diese Form der Schmerzbehand lung
genauso insuffizient (= nicht
wirksam) bleiben wie bei
einem als rein somatogen klassifizierten Schmerz, der ausschließlich
organbezogen (körperlich) behandelt wird.
Biologische, psycholog ische
und soziale Faktoren sind für die Entstehung und
Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen verantwortlich zu machen.
Hieraus ergibt sich im Sinne der Psychosomatik die Forderung nach einer biopsychosozial ausgelegten
Diagnostik und Behandlung aller chronischen
Schmerzen.
2. Psychosoziale Diagnostik chronischer Schmerzen
Da die biologisch-somatische
Diagnostik chronischer Schmerzen eine Domäne der Medizin ist, geht es im
folgenden hauptsächlich um die Erfassung psychosozialer Faktoren.
In aller Regel läßt sich der Schmerzpatient erst auf eine Erfassung seiner mit
dem Schmerz zusammenhängenden psychosozialen Belange ein, wenn ihm versichert
wird, daß die medizinische Diagnostik deswegen nicht zu kurz kommt.
Selbst eine ausführliche somatische (=
organbezogene) Diagnostik
kann den Drang nach einer körperlichen Ursachenfindung seitens des Patienten
nicht befriedigen, wenn deren Ergebnisse und Bedeutung ihm nicht ausführlich
genug und in einer verständlichen Sprache nahegebracht werden.
Umgekehrt konnten schon oft drastische Schmerzbesserungen allein dadurch erzielt
werden, daß unbegründete Befürchtungen, etwa einen unerkannten Tumor zu
haben, ernstgenommen und plausibel widerlegt wurden. Selbst die Mitteilung der
bitteren Wahrheit über einen malignen Befund ist oft günstiger für die
Schmerzbewältigung als die quälende Ungewißheit über das Ergebnis einer
durchgeführten Untersuchung.
2.1 Wichtige psychosoziale Faktoren bei chronischen Schmerzen
Eine Intensivierung des
Schmerzerlebens ist u.a. bei Vorliegen eines oder mehrerer der folgenden
Faktoren zu erwarten:
Depression, Angst, Ärger, unverarbeitete psychische Traumata
Der Fokus bei der Erfassung psychosozialer Anteile sollte nicht auf deren Beteiligung an der Genese
(= Entstehung) der chronischen Schmerzen gerichtet werden, sondern auf die schmerzaufrechterhaltende Funktion. Dies hat vor allem zwei Gründe (vgl. Kanfer, Reinecker et Schmelzer 1991):1) Die Analyse der die Schmerzen aufrechterhaltenden Bedingungen ist für die Therapieplanung
unmittelbar handlungsrelevant.
2) Eine exakte Rekonstruktion der psychosozialen Auslösebedingungen wird mit dem
Fortschreiten der Schmerzdauer einerseits immer unwahrscheinlicher, andererseits
ist deren Kenntnis für den Therapieerfolg weder notwendig noch hinreichend.
Eine hohe Ausprägung der affektiven
(= das Gefühlsleben betreffenden) Schmerzempfindung, welche durch den Gebrauch bestimmter Adjektive zur Schmerzbeschreibung operationalisiert ist (z.B. grausam, unerträglich, usw.), kann als Hinweis auf die besondere Bedeutung psychischer Einflußfaktoren gewertet werden (Nilges et Wichmann-Dorn 1992). Zur Erfassung der affektiven Schmerzempfindung ist der Einsatz standardisierter Schmerzskalen wie der "Hamburger Schmerz-Adjektiv-Liste (HSAL)" von Hoppe (1991) empfehlenswert.2.2 Verfahren der Informationserhebung
Grundlage einer psychologischen Diagnostik chronischer Schmerzen ist nach verhaltenstherapeutischem Verständnis die situative und kontextuelle Verhaltensanalyse.
Zentrale Inhalte der situativen Verhaltensanalyse sind:
a) Genaue Beschreibung des Ist-Zustandes auf der subjektiv-kognitiven, verhaltensmäßigen
und physiologischen Ebene.
b) horizontale Analyse der Ist-Situation unter Berücksichtigung physikalischer,
soziokultureller, psychologischer und biologisch-physiologischer Variablen als den
Schmerzen unmittelbar vorausgehenden Bedingungen oder ihnen folgende Konsequenzen.
c) Analyse der ursprünglichen Entwicklung der Schmerzen
d) Analyse des subjektiven Krankheitsmodells ("Health-Beliefs-Model").
e) Analyse des bisherigen Umgangs mit den Schmerzen.
Zentrale Inhalte der kontextuellen Verhaltensanalyse sind:
a) Analyse von Plänen und Regeln (z.B. "Ich muß alles immer perfekt machen"
oder "Ich habe das Recht auf einen völlig gesunden Körper").
b) Analyse der Struktur und Dynamik von Systembedingungen, d.h. Einbettung der
Schmerzproblematik in das soziale Gefüge, das Gesundheitssystem und dergleichen.
Inzwischen liegen Interviewleitfäden für die verhaltensanalytische Erfassung chronischer Schmerzen im allgemeinen aber auch spezifischer chronischer Schmerzsyndrome vor (z.B. Blanchard et Andrasik 1991 für Kopfschmerzen).
Die Diagnostik schmerzrelevanter
psychischer Störungen sollte unter Zuhilfenahme einschlägiger
psychopathologischer Klassifikationssysteme bzw. strukturierter Interviews
erfolgen.
Der Einsatz von Fragebögen kann weitere, für die Schmerzbehand lung
relevante
Informationen liefern (Tabelle 4.1).
Tabelle 1. Fragebögen und
Explorationshilfen zur psychologischen Schmerzerfassung
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Erfassungsgegenstand
Fragebögen/Explorationshilfen
(Auswahl)
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Schmerz:
Schmerzzeichnung, Schmerztagebuch,
Numerische Ratingskala, HSAL,
sonstige körperliche
Beschwerden:
Beschwerden-Liste (B-L; Zerssen 1976b)
Depression:
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Da bei der Entstehung und/oder Aufrechterhaltung der meisten chronischen Schmerzsyndromen auch psychophysiologische Faktoren beteiligt sind, sollten auch psychophysiologische Diagnosemethoden zur Anwendung kommen. Hervorzuheben sind dabei die Elektromyographie
(= die Registrierung der bioelektrischen Aktivität der Mus kulatur) bei Spannungskopf schmerzen, Rücke nschmerzen oder Kiefergelen ksschmerzen und die Photoplethysmographie (= Darstellung der unterschiedlichen Streuung infraroten Lichtes durch gut bzw. schlecht durchblutetes Gewebe) bei Migräne.2.3 Klassifikationssysteme
Bisher gebräuchliche
Klassifikationssysteme für den Bereich chronischer Schmerzen wie das der
"International Association of the Study of Pain (IASP)" (vgl. Bonica
1990a), das DSM-III-R (Wittchen, Saß, Zaudig et Koehler
1989) oder ICD-10, Kapitel V (F) (Dilling, Mombour et Schmidt
1991), haben den Nachteil, daß die psychosozialen Anteile der chronischen
Schmerzen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Eine Alternative im deutschen Sprachraum bietet die "Multiaxiale
Schmerzklassifikation - Psycho-soziale Dimension (MASK-P)" die in
Ergänzung zur somatischen Dimension der MASK-S an-gewandt werden sollte. Die
MASK-P ist an verhaltenstheoretischen Modellvorstellungen orientiert und kann
wichtige Aspekte für die Therapieplanung aufzeigen (vgl. Klinger, Hasenbring
et Pfingsten 1992).
3. Motivation zur psychologischen Schmerzbehand lung
Oft werden von Patientinnen und
Patienten Vorbehalte gegenüber einer psychologischen Diagnostik und Behandlung
ihrer Schmerzen geäußert.
Als Erklärung dafür können vielfältige Gründe genannt werden:
1) Das Behandlungspersonal
unterscheidet offen oder verdeckt (Vorsicht, der Pat. nimmt oft mehr wahr als
wir meinen!) zwischen "echten Schmerzen", d.h. solchen, bei denen eine
ausreichende organische Verursachung gefunden zu sein scheint und
"eingebildeten Schmerzen" von "Spinnern", Simulanten oder
"Rentenjägern", bei denen bislang keine oder keine adäquate
organische Ursache gefunden werden konnte. Daß eine solche Einstellung die
Therapiemotivation der Patienten untergräbt und deren organische Fixierung
fördert, ist unmittelbar einleuchtend.
Sie zeugt sowohl von einer Überschätzung des Leistungsstandes der
medizinischen Diagnostik im Schmerzbereich als auch der Höhe der Korrelation
zwischen organischer Läsion und Ausmaß der Schmerzen (vgl. Nilges et
Gerbershagen 1994).
2) Die in weiten Bereichen der Öffentlichkeit vorherrschende Meinung, daß nur geistig Kranke oder "Verrückte" eine Psychotherapie in Anspruch nehmen, die Gleichsetzung von Psychologie und Psychiatrie sowie der Glaube, daß Schmerzen ausschließlich medizinisch behandelbar seien, stellen ebenfalls Motivationshemmnisse dar.
3.) Eine psycholog ische Behandlung, die erst nach vielen erfolglosen somatischen
(= körperlichen) Therapieversuchen vorgeschlagen wird, muß unglaubwürdig wirken. Häufig sind dann Gedanken zu finden wie "Wenn meine Hausärztin wirklich von dieser Psychotherapie überzeugt wäre, hätte sie sie mir gleich vorgeschlagen" oder "Jetzt wissen die Ärzte nichts mehr mit mir anzufangen und schieben mich zum Seelenklempner ab".Was kann man nun tun, um zur Inanspruchnahme psychologischer Maßnahmen zu motivieren?
Zunächst ist hervorzuheben, daß in
erster Linie der Ärzteschaft die entscheidende Rolle bei diesem
Motivationsaufbau zukommt, da diese in der Regel vor den Psychologen mit der
Schmerzproblematik konfrontiert wird.
Die plausible Vermittlung medizinischer und psychologischer Modelle der
Schmerzentstehung und/oder -aufrechterhaltung sowie die Auflistung aller
empirisch abgesicherten diagnostischen Verfahren und Behandlungsmaßnahmen
sollte am Anfang jeder Therapie chronischer Schmerzen stehen (vgl. Sorgatz,
Franz, Nilges et Seemann 1994).
Ein Erklärungsmodell chronischer Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen bietet
beispielsweise der "Teufelskreis des Schmerzes" (Rehfisch, Basler et
Seemann 1989). Dabei geht es um die wechselseitige Beeinflussung von
Schmerz, Muskelverspannungen und psychischem Befinden im Sinne eines
Aufschaukelprozesses.
Mit Hilfe der Gate-Control-Theorie (Melzack
et Wall 1982) können psychophysiologische
Schmerzverarbeitungsvorgänge metaphorisch erläutert werden. Es sollten v.a.
die vielfältigen Möglichkeiten deutlich werden, mit denen man die
Weiterleitung von Schmerz vom Entstehungsort bis zum Gehirn beeinflussen kann.
Durch den Einsatz von Biofeedback
4. Psycholog ische Schmerzbehand lung im Rahmen der Psychosomatik
Psycholog ische
Behandlungsverfahren sind in der Therapie chronischer Schmerzen generell als
angezeigt anzusehen.
Bei der Indikation ist allerdings die Unterscheidung zweier Grundformen
psychologischer Schmerzbehand lung
zu berücksichtigen:
A)
Das Schmerzbewältigungstraining, welches grundsätzlich bei allen
chronischen Schmerzen zur Anwendung kommen sollte, ist abzugrenzen von einer
B) Psychotherapie bei
Schmerz, die beim Vorliegen der unter 2.1 genannten psychosozialen Faktoren
angezeigt ist, da diese bestehende Schmerzen verschlimmern und den Erfolg einer Schmerzbehand lung
ungünstig beeinflussen können.
ad A) Von einem
psychologischen Schmerzbewältigungstraining können prinzipiell alle
Patienten mit chronischen Schmerzen profitieren.
Es sollen im folgenden Einzelbausteine eines solchen Trainings skizziert werden. Diese können sowohl zu einem Gruppenprogramm zusammengestellt als auch separat angewandt werden.
1) Die Vermittlung eines plausiblen Modells der Wirkungsweise der eingesetzten Verfahren sollte immer am Anfang erfolgen (vgl. 3.)
2) Entspannung
Bei chronischen Schmerzzuständen wird v.a. die progressive Muskelentspannung nach Jacobson (PMR) empfohlen. Aber auch andere Entspannungstechniken wie z.B. Autogenes Training oder Atementspannung können je nach individueller Bevorzugung der Patienten effektiv sein.
3) Biofeedback
(= Rückmeldung des Durchblutungszustandes) kann bei Migräne empfohlen werden.Mit Hilfe eines Biofeedback-Gerätes werden normalerweise unbewußt abgelaufene physiologische Vorgänge verstärkt und in optische oder akustische Signale umgewandelt. Der Patient kann somit die betreffenden Körpervorgänge wahrnehmen und über, im einzelnen noch ungeklärte Prozessen, willkürlich in die erwünschte Richtung verändern.
Erst wenn die ökonomischere Form der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson versagt, sollte bei Spannungskopfschmerz, kombiniertem Kopfschmerz, Migräne und chronischen Wirbelsäulensyndromen das Elektro-myographie-Feedback angewandt werden. Kombiniertes Hauttemperatur-Feedback oder Vasokonstriktions-Feedback
4) Hypnotische
und imaginative (= die Fähigkeit zur bildhaften Vorstellung von
Situationen u.Gegenständen betreffende) Verfahren
Hypnose ist eines der ältesten psychologischen Behandlungsverfahren bei chronischen Schmerzen unterschiedlichster Art. Hypnotische Techniken und imaginative Übungen lassen sich definitorisch nur schwer voneinander abzugrenzen.
Man unterscheidet u.a. zwischen schmerzinkompatiblen Imaginationen (z.B. Anleitung zur Vorstellung einer angenehmen Situation) und transformierenden Imaginationen (z.B. Vorstellung, daß das schmerzende Bein in einem Eisenstiefel steckt, dessen Schrauben langsam gelöst werden).
Als besonders wirkungsvolle Anwendungsbereiche gelten die hypnotischen Behandlungen von Phantomschmerzen, Krebs- und Kopfschmerzen. Für die Stabilisierung der Erfolge scheint der Übergang von der fremdangeleiteten Suggestion zur Autosuggestion wesentlich zu sein.
5) Vermittlung innerer und äußerer Ablenkungsmöglichkeiten
Erfahrungsgemäß gibt es bei leichten bis mittleren Schmerzen viele wirkungsvolle Ablenkungsstrategien. Bei der Verwendung externer Stimuli zur Ablenkung (z.B. spannendes Video, Entspannungsmusik, gymnastische Übungen, Konzentration auf angenehmen Genuß oder Geschmack) ist auf deren Verfügbarkeit im Alltag und deren ausreichende Attraktivität zu achten. Nach innen gerichtete Ablenkungstechniken beinhalten u.a. die Konzentration auf Gedanken, Lern- und Gedächtnisaufgaben.
6) Operante Verfahren
Unter dem Begriff "operantes Verfahren" versteht man ein Verhalten, das durch seine Folgeerscheinungen (verschiedene Formen der Verstärkung/Belohnung oder Bestrafung) kontrolliert wird. Ziel der operanten Verfahren ist die Beeinflussung operanten Schmerzverhaltens durch Verstärkung und Bestrafung, beispielsweise von exzessivem Schmerzverhalten in den Bereichen:
- körperliche Schonung: Genese durch Bestrafung von Aktivität durch Schmerz. Therapie durch langsamen Aufbau von Aktivität, die unterhalb der Schmerzschwelle bleibt. Belohnung dieser Aktivitäten.7) Abbau hinderlicher und Aufbau förderlicher Kognitionen
Unter dem Begriff Kognition fallen Prozesse wie Wahrnehmung, Erkennen, Vorstellen, Urteilen, Gedächtnis, Lernen und Denken. Zunächst ist auf die Bedeutung von Kognitionen für die emotionale Befindlichkeit im allgemeinen und für das Schmerzerleben im besonderen einzugehen. Dabei kann das ABC-Modell der Rational-Emotiven Therapie als Grundlage dienen. Nicht der Schmerzreiz an sich (Activation event) führt zu depressiven Gefühlen (Consequences) sondern der Gedanke (Beliefe system) "Mir kann niemand mehr helfen". Weitere Schritte betreffen das Auffinden und Ersetzen hinderlicher Kognitionen (z.B. "Nichts hilft gegen meine Schmerzen") und das Einüben förderlicher Kognitionen (z.B. "Wenn ich mich ablenke, spüre ich die Schmerzen nicht mehr so stark").
Bei allen genannten Verfahren ist darauf zu achten, daß diese lege artis vermittelt und von den Patienten vorschriftsmäßig durchgeführt werden. Ein ungeschulter Behandler, der an den Beschwerden des Patienten orientierte Gespräche mit der Durchführung einer kognitiven Verhaltenstherapie gleichsetzt, braucht sich über die ausbleibenden positiven Effekte ebensowenig zu wundern, wie eine Patientin, die die Muskelentspannung nicht ausreichend übt.
Einen ausführlicheren Überblick über psycholog ische Behandlungsverfahren bei chronischen Schmerzen geben Keeser, Pöppel und Mitterhusen (1982); Basler, Franz, Kröner-Herwig, Rehfisch und Seemann (1990) sowie Geissner und Jungnitsch (1992).
ad B) Eine Psychotherapie bei Schmerz kann natürlich die Elemente des Schmerzbewältigungstrainings enthalten. Primär zielt sie jedoch auf psychosoziale Probleme ab, die zusätzlich zu den Schmerzen bestehen und von denen anzunehmen ist, daß sie für die Schmerzentstehung und/oder -aufrechterhaltung relevant sind.
Eine Psychotherapie ist etwa dann indiziert, wenn neben den Schmerzen auch eine depressive Störung vorliegt oder die Schmerzen durch ihre wichtige Funktion innerhalb der Partnerschaft aufrechterhalten werden (z.B. Rücksichtnahme/Hilfestellung des Partners erst seit dem Bestehen der Schmerzproblematik).
Für viele psychische Probleme (z.B. Ängste, depressive Störungen, usw.) stellt die "Kognitive Verhaltenstherapie" ein wirkungsvolles psychologisches Behandlungsverfahren dar, das i.d.R. im Rahmen von Einzelsitzungen angewandt wird.
Leidet ein Patient neben den Schmerzen zusätzlich unter Streß, muß er nicht unbedingt in Einzelsitzungen behandelt werden. Das Streß- und Schmerzbewältigungstraining (SBT) von Flor (1991) ist beispielsweise als Gruppenprogramm konzipiert. Es umfaßt im wesentlichen
a) die Erläuterung des Zusammenhangs von Schmerz und Streß,
b) ein Training der Patienten in Problemanalyse und Streßidentifikation,
c) ein Training von Streßbewältigungsfertigkeiten (Entspannung, Änderung der Selbstgespräche in Streßsituationen, Veränderung der Aktivitätspläne, usw.),
d) Hilfestellung bei der Übertragung in Alltagssituationen und
e) die Erarbeitung von Strategien zum Umgang mit Versagen bzw. Rückfällen.
Auch bei folgender Problemkonstellation kann auf ein im Vergleich zu Einzeltherapie ökonomischeres Gruppenverfahren zurückgegriffen werden:
Eine Patientin berichtet, sie habe schon länger Schwierigkeiten, sich gegenüber Forderungen anderer abzugrenzen (z.B. "nein" zu sagen), da sie fürchte, sonst nicht mehr gemocht zu werden. Mit der Zeit habe das zu einer ständigen Überforderung geführt. Seitdem sie aber unter den Rückenschmerzen leide, falle ihr die Abgrenzung wesentlich leichter: der Hinweis auf die Schmerzen reiche als Begründung.
Die erfolgreiche Behandlung der Rückenschmerzen würde in diesem Fall ein Wiederauftreten der Abgrenzungsproblematik bedeuten. Um zu verhindern, daß diese Patientin "vom Regen in die Traufe" kommt bzw. die psychosoziale Problematik zum Hemmnis für eine Schmerzbesserung wird, kann ein "Gruppentraining sozialer Kompetenzen" (Pfingsten et Hirsch 1991) durchgeführt werden.
Wichtige Trainingselemente beziehen sich auf die
a) kognitive Ebene (z.B. Unterscheidung verschiedener, sozialer Situationen, die jeweils unterschiedliche soziale Kompetenzen erfordern),
b) die emotionale Ebene (Erlernen einer Kurzentspannung, die in der problematischen Situation eingesetzt werden kann) und
c) die motorische Ebene (Verhaltenstraining in Rollenspielen mit Videofeedback).
Alle oben genannten Verfahren sind auf ihre Effektivität hin überprüft worden. Dies sollte allerdings nicht dazu verleiten, auf die Verlaufsdokumentation der Schmerzen bei jeder erneuten Anwendung zu verzichten. Alle Veränderungen der Durchführungsbedingungen gegenüber der Orginaluntersuchungen bedürfen der besonders sorgfältigen Kontrolle.
Als Instrumente für die Verlaufskontrolle können die unter 2.2 genannten Fragebögen, Listen und Protokolle verwendet werden, sofern ihre Veränderungssensivität nachgewiesen ist. Seemann (1993) empfiehlt u.a. die numerische Ratingskala, die B-L, die D-S, die HSAL, die Aktivitätenliste und das Schmerztagebuch zur Verlaufsdokumentation.
Die praktische Arbeit mit Schmerzpatienten hat nicht zuletzt gezeigt, daß es günstig ist, sich fortlaufend einen Überblick über die gängigen schmerzbezogenen Selbsthilfeempfehlungen in Büchern, Zeitschriften oder im Fernsehen zu verschaffen, um diese an Patienten weitergeben oder ggf. korrigieren zu können.
Hilfe zur Selbsthilfe geben - das ist letztlich das oberste Ziel psychologischer Interventionen. Auch bei chronischen Schmerzen.Welche Vorteile bietet eine Schmerztherapie
im
SCHMERZTHERAPIEZENTRUM Bad Mergentheim?
- Große Erfahrung, in der Klinik werden seit 1983 ausschließlich Patienten mit chronischen Schmerzen behandelt.
- Hohe fachliche Kompetenz, die Klinik bzw. der Chefarzt besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung der Ärztekammer für das Fachgebiet "Spezielle Schmerztherapie".
- Optimale ärztliche Betreuung. Durchschnittlich 50 Patienten werden derzeit von 5 (!) Ärzten versorgt, allein 4 davon sind geprüfte Fachärzte.
- Umfassendes Therapieangebot. Durchführung aller anerkannten schulmedizinischen und einiger naturheilkundlichen Therapieverfahren bis hin zur Implantation von Morphinpumpen und Rückenmarkstimulationssystemen.
- Neben den gesetzlichen Krankenkassen und teilweise Rentenversicherungen sowie Berufsgenossenschaften übernehmen auch private Krankenkassen die Behandlungskosten. Beihilfefähig.
Die Kostenübernahme muß zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden, dazu kann der behandelnde Arzt bereitgestellte Vordrucke verwenden (einfach anklicken):
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Crohn: www.abdominalschmerz.de/m.-crohn, Morbus Crohn: www.verwachsungsbauch.de/morbus-crohn, Morbus Scheuermann: http://www.thorakalsyndrom.de/morbus-scheuermann, Morbus Sudeck: http://www.morbus-sudeck.de, Morton Neuralgie: http://www.morton-neuralgie.de, Multiple Sklerose: www.neuralgie-postzosterische.de/multiple-sklerose, Muskelschmerz, chronische Muskelschmerzen: http://www.tendomyopathie.de/muskelschmerzen, Myalgie, chronische Myalgien: http://www.myalgien.de, Myoarthropathien: http://www.myoarthropathien.de, myofasziale Schmerzen: http://www.myofasziale-schmerzen.de, myofaziales Schmerzsyndrom, N Nackenschmerzen: http://www.vertebralsyndrom.de/nackenschmerzen, Nasociliaris Neuralgie, Nasoziliarneuralgie, Nervenblockade: http://www.nervenblockade.de, Nervenblockaden kontinuierlich: http://www.schmerzklinik.com/nervenblockaden-kontinuierlich, Nervenentzündung: http://www.nervenentzuendung.de, Nervenkompressionssyndrom, Nervenläsionen: http://www.nervenlaesionen.de, Nervenleiden: 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Psychosomatik: http://www.schmerzklinik.com/psychosomatik, Pudendusneuralgie Q Querschnittläsion: http://www.schmerzpraxis-bad-mergentheim.de/querschnittlaesion, Querschnittslähmung: www.schmerzklinik.com/querschnittslaehmung, Querschnittsläsion: http://www.querschnittslaesion.de, Querschnittssyndrom: http://www.querschnittssyndrom.de, R Radikuläre Syndrome: http://www.radikulaere-syndrome.de, Raynaud: http://www.raynaud.info, Reflexdystrophie: http://www.reflexdystrophie.de, Rehabilitation: http://www.stationaere-rehabilitation.de, Reizdarm, Reizdarm-Syndrom: http://www.enteritis-regionalis.de/reizdarm-syndrom, Reizdarmsyndrom, chronisches Reizkolon, Restless legs: http://www.restless-legs.li, Restless-legs-Syndrom: www.fusssohlenschmerzen.de/restless-legs-syndrom, Rheuma: http://www.schmerzklinik.com/rheuma, rheumatische Schmerzen: http://www.rheumatische-schmerzen.de, Rippenschmerz, Rippenschmerzen: http://www.rippenschmerzen.de, Rücken-Intensiv-Programm, Rückenschmerz (1): 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