Schmerztherapien
und Schmerzanamnese
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Abklärungen und Fragen zum aktuellen Schmerzgeschehen im Rahmen der sog. Schmerzanalyse
1) Genaue Schmerzlokalisation (en) (1,2,3...) ?
Der Schmerzbereich ist mit dem Innervationsgebiet eines bestimmten Nerves identisch
Die Schmerzausbreitung kann keinem bestimmten Nerven oder -geflecht zugeordnet werden
Die Schmerzausbreitung folgt einem größeren Gefäß (vergl.: Quadrantensyndrom)
2) Schmerzcharakter ?
anhaltend: ständig gleich, an- u. abschwellend, tageszeitliche Maximum/Minimum
episodenhaft auftretend: Dauer der Schmerzepisoden, Dauer der schmerzfreien Intervalle
anfallartig: Dauer der Schmerzanfälle, Anfallsfrequenz (pro Tag/ Monat/ Jahr)
Der Schmerz wird empfunden als: brennend, pulsierend/pochend oder sonstige Angaben. (z.B. stechend, schneidend, ziehend). "Merkwürdige" Angaben wie "als ob jemand ein Messer hinein sticht und herumdreht" (Hinweis auf höhergradige psychische Überlagerung oder psychogenen Schmerz)
3) Bedingungen ?
Schmerzauslösung oder -verstärkung (z.B. Wetterwechsel, körperliche Anstrengung)
Schmerzlinderung (z.B. im Stufenbett oder auch bei geistiger Ablenkung)
4) Begleiterscheinungen ?
lokal (z.B. Schwellungen, Rötungen, zusammen mit den Schmerzen)
vegetativ (z.B. Schwitzen, innere Unruhe)
psychisch (z.B. Depression, Angst)
Warum ist die genaue Kenntnis der Schmerzanamnese bzw. der aktuellen Schmerzsymptomatik (= schmerzbezogene Krankheitszeichen) für Schmerztherapien so wichtig? Dazu ein treffendes Beispiel:
Ein Patient
klagte über
Schmerzanfälle
hpts. im Bereich der
Schläfe,
einhergehend mit einer Rötung des Auges, Verschmälerung der Lidspalte und
gleichseitiges Nasenträufeln. Eigentlich brauchte der (erfahrene) Arzt gar nicht
weiter zu fragen, hier lag offensichtlich ein
Cluster-Kopfschmerz
vor. Er verordnete die üblichen Schmerztherapien, aber leider ohne jeden Erfolg.
Warum? Ganz einfach - er hatte unterlassen die bisherige Anfallshäufigkeit und
die Anfallsdauer sowie das tageszeitliche Auftreten genau zu hinterfragen. Bei
diesem Patient hielten die Anfälle nämlich maximal 30 Minuten an, kamen 4 oder 5
mal pro Tag, teilweise noch öfter und waren unregelmäßig sowohl über die Nacht
als auch den Tag verteilt. Dieses Muster ist nicht typisch für den
Clusterkopfschmerz
sondern für die
paroxysmale Hemikranie.
Nunmehr verordnete der Arzt u.a. Indometacin und die Schmerztherapie waren
erfolgreich.
Bei einer genauen Abfrage der Schmerzanamnese bzw. Schmerzmerkmale wäre es nicht
zu dieser Fehldiagnose gekommen und dem Patient wären schmerzvolle Tage erspart
geblieben.
Bei Schmerztherapien
unterscheidet man akute Schmerzphasen von chronischen
Schmerzerkrankungen. Akute
Schmerzen sind
meist durch eine Gewebeschädigung hervorgerufen und gehen parallel zur
Ausheilung des Gewebeschadens zurück. Sie sind daher selbstbegrenzend und
erfüllen meist eine sehr sinnvolle Warnfunktion sowie edukatorische Funktionen
(= zwingen häufig in
eine bestimmte Schonhaltung, sie weisen auf die schädliche Wirkung toxischer
Stoffe hin etc.).
Die Behandlung akuter Schmerzzustände, einschließlich der postoperativen
Schmerztherapien, stellt heute ein gut beherrschbares Problem dar, da die zur
Verfügung stehenden
Analgetika (=
Schmerzmedikamente) in der Regel gut
wirksam sind. Bei sehr starken Schmerzzuständen, wie beispielsweise nach einer
Operation, kommen häufig auch Opioide
(= morphinähnliche Medikamente)
erfolgreich zum Einsatz.
Die
eigentliche Herausforderung bei Schmerztherapien stellen hingegen
chronische Schmerzen
(= lang andauernde Schmerzen)
dar. 1986 wurde von der „Internationalen Gesellschaft zum Studium von Schmerz“
(IASP) folgende Definition für den Begriff Schmerz festgelegt: „Schmerz ist ein
unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potentiellen
Gewebsschädigungen verknüpft ist oder mit Begriffen solcher Schädigungen
beschrieben wird.“ Diese Definition berücksichtigt die Beobachtung, daß es bei
chronischen Schmerzen häufig zu einer
Entkopplung der Schmerzen von der Gewebsschädigung kommt bzw. es keine
nachweisbare primäre Gewebsschädigung gibt.
Ein Beispiel hierfür sind persistierende (= anhaltende)
Schmerzen nach einer „gelungenen“
Nukleotomie (=
Bandscheibenoperation),
d.h. ein
Postnukleotomiesyndrom.
Als Beispiel für Schmerzen ohne ein entsprechendes somatisches
(= körperliches)
Korrelat sei hier die
somatoforme Schmerzstörung
genannt. Neuere Daten weisen darauf hin, daß 12 Millionen Bundesbürger in ihrem
Leben zumindest vorübergehend unter einer somatoformen
Schmerzstörung
leiden!
Die Behandlung von chronischen Schmerzen wirft erhebliche diagnostische
(= Erkundung der
Schmerzursache), sozialmedizinische
(vor allem arbeitsmedizinische) und therapeutische Probleme auf.
Die chronischen Schmerzen werden mit der Zeit zu einem zunehmend eigenständigen
Krankheitsbild („Schmerzkrankheit“),
das wie oben erwähnt, häufig weitgehend unabhängig von Gewebsschäden die
körperlichen, seelischen und sozialen Fähigkeiten des Patienten zunehmend
einschränkt.
Typisch ist auf körperlicher Ebene die schmerzbedingte Zunahme der Bewegungsarmut, das Einnehmen von Schonhaltungen mit entsprechenden Fehlbelastungen der Gelenke und muskulären Strukturen sowie die Durchführung von nicht indizierten (= nicht gut begründeten) operativen Eingriffen (iatrogene Schädigung = vom Arzt verursacht Schädigung).
Auf seelisch-emotioneller Ebene spielen vor allen Dingen depressive Verstimmungen, das Gefühl einer zunehmenden Ohnmacht, Müdigkeit und Erschöpfung sowie Angst vor weiteren Einschränkungen eine entscheidende Rolle. Bei stärker chronifizierten Schmerzpatienten bilden sich zudem vegetative (= das unterbewußte Nervensystem betreffende) Beschwerden wie vermehrtes Schwitzen, innere Unruhe, Tachykardien (= schneller Puls), Ein- und Durchschlafstörungen, Sodbrennen und Globusgefühl (= „Kloßgefühl im Hals“) aus.
Die zwischenmenschlichen (sozialen) Einschränkungen beziehen sich sowohl auf das familiäre Umfeld als auch auf den Freundeskreis und die Arbeitswelt. Durch die o.g. Leistungseinschränkungen wird eine gleichberechtigte Interaktion häufig verhindert und der chronisch Schmerzkranke sieht sich häufig mit Konflikten in der Familie, im Arbeitsverhältnis sowie im Freundeskreis konfrontiert. Am Ende kann das zu einem weitgehenden Rückzug und zu erheblichen finanziellen Problemen führen.
Aufgrund dieser komplexen Problematik entstand zunehmend das Bedürfnis nach einer zusätzlichen Qualifikation zur Betreuung dieser chronischen Schmerzpatienten. 1996 wurde von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ verabschiedet. Diese Zusatzqualifikation kann von patientenorientierten Fachärzten erworben werden und setzt eine 80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung sowie die hauptamtliche ganztägige Arbeit in einem Ausbildungszentrum für „Spezielle Schmerztherapie“ (Schmerzklinik) für mind. 1 Jahr voraus. Die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ wird erst nach einer mündlichen Prüfung seitens der Landesärztekammer vergeben.
Folgende Krankheitsbilder werden sinnvollerweise von Fachärzten mit Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ behandelt/mitbehandelt:
|
Kopfschmerzen: Migräne mit Aura, Migräne ohne Aura, Cluster-Kopfschmerzen |
|
, Spannungskopfschmerz, paroxysmale Hemikranie |
|
Gesichtsschmerzen: Trigeminusneuralgie, atypische Gesichtsschmerzen, |
|
Costen-Syndrom (myofaziale Dysfunktion), Dentalgie (= Zahnschmerz) |
|
Rückenschmerzen: Zervikobrachialgie (mittleres und unteres HWS- |
|
Syndrom, Zervikozephalgie, (oberes HWS-Syndrom), BWS-Syndrom, |
|
(= Schmerzen nach einer Bandscheibenoperation), Lumboischialgien, Ischialgie |
|
Piriformis-Syndrom, Sakralgien, Kokzygodynien (= Steissbeinschmerzen) |
|
Gelenkschmerzen: Periarthropathia humeroscapularis, chronifiziertes |
|
Impingement-Syndrom, Schmerzen im Ellbogenbereich, Epicondylopathia |
|
radialis und ulnaris („Tennisellenbogen/Golferellenbogen“), |
|
Handgelenks- und Fingerbereich, Schmerzen bei Heberdenarthrose, |
|
Schmerzen bei Bouchard-Arthrose, Coxarthrose, Gonarthrose, |
|
Sprung- und Fußgelenkschmerzen |
|
Muskuläre Schmerzsyndrome: Fibromyalgie, generalisiertes myofasziales |
|
Schmerzsyndrom, Ansatztendinosen, Torticollis spasticus (= Schiefhals) |
|
Entzündliche Schmerzerkrankungen: bes. rheumatischer Formenkreis |
|
Neuropathische (= durch Schäden an den Nerven verursachte) Schmerzen: |
|
Stumpf- und Phantomschmerzen, Kausalgie (CRPS Typ II), Schmerzen |
|
nach Schlaganfall, Schmerzen bei komplettem oder inkomplettem |
|
Querschnitt (zentrales Schmerzsyndrom), Schmerzen bei Plexusausriss, |
|
Schmerzen nach Leistenhernienrevisionen mit Nervenschädigungen, |
|
Polyneuropathie, postzosterische Neuralgie (= Gürtelrose), Interkostal- |
|
neuralgien, und andere |
|
Sympathalgien (= vom sog. autonomen Nervensystem ausgehende Schmerzen): |
|
Morbus Sudeck (CRPS Typ I), Kausalgie (CRPS Typ II) |
|
Viszerale Schmerzsyndrome: insbesondere Bauchschmerzen bei |
|
Verwachsungsbauch sowie bei nicht eindeutig zuzuordnenden und |
|
daher nicht kausal (= ursächlich) angehbaren Bauchschmerzen |
|
Ischämische (= aufgrund schlechter Durchblutung) Schmerzen ohne Möglichkeit |
|
einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) Therapie bzw. Begleittherapie |
|
Algogenes Psychosyndrom (= beschreibt die Eingrenzung und Zentrierung |
|
des persönlichen Erlebens auf die Schmerzerkrankung) |
Schmerztherapien sind aufgrund der Beeinträchtigung sowohl körperlicher als auch seelischer und sozialer Fähigkeiten durch eine chronische Schmerzerkrankung auf multimodale Therapiekonzepte ausgelegt. D.h., daß neben körperlichen Therapien wie Medikamenten (u.a. Schmerzmittel, Psychopharmaka), Spritzentherapien, Krankengymnastik, anderen körperlichen Anwendungen, Chirotherapie, oder Akupunktur auch psychologische Verfahren bei Schmerztherapien eingesetzt werden sollten. Hierbei haben sich insbesondere Entspannungstechniken (Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Autogenes Training) sowie die Auseinandersetzung mit Verfahren der Schmerzbewältigung als sinnvoll herausgestellt. Da solche Therapiekonzepte sehr aufwendig und kostspielig sind, sind oft ambulante Schmerztherapien - besonders in Zeiten der Kosteneinsparung im Gesundheitswesen - nicht durchführbar.
Im Folgenden werden spezielle Behandlungsmethoden im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie erläutert, die einen wichtigen Platz im Rahmen der multimodal angelegten Schmerztherapien einnehmen können.
Unter dem
Begriff "therapeutische
Lokalanästhesie " werden
sämtliche Schmerzausschaltungsmethoden, deren Wirkung auf Lokalanästhetika
(= örtliche
Betäubungsmittel) beruhen,
zusammengefaßt.
Bei Schmerztherapien wird die therapeutische Lokalanästhesie in Form von
örtlichen Infiltrationsanästhesien, Nerven- und Leitungsblockaden,
rückenmarknahen und Grenzstrangblockaden durchgeführt. Hauptsächlich werden dazu
lang wirkende
Lokalanästhetika, z.B. Bupivacain verwendet. Die wiederholten Betäubungen
können in Form von Einzelinjektionen durchgeführt werden, mit dem Nachteil, daß
diese oft schmerzhaft sind und die Treffsicherheit nicht jedesmal gewährleistet
ist.
Die Erfolgschancen sind um so größer, wenn der betroffene Nerv über einen
längeren Zeitraum sozusagen anhaltend betäubt werden kann. Dies bedeutet aber,
daß täglich 4-5 Einzelinjektionen an derselben Stelle notwendig sind. Man kann
sich vorstellen, daß diese Handhabung für den Patienten oftmals eine Tortur
bedeutet und sich deshalb meist nicht so konsequent durchführen läßt.
Dieses Problem haben wir für einige Nerven durch die Anwendung der sog.
kontinuierlichen Blockade mittels eines Katheters gelöst. Dabei wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine
handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In
der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos
nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen
Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe
angeschlossen werden.
Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die
grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung),
damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Nach längeren Schmerztherapien (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen
deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit. Dieser anhaltende
Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei
dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind,
woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der
Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch
entzündliche oder auch degenerative
(= abnutzungsbedingte)
Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine
solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen.
Folgende Katheterblockaden wurden in unserer Schmerzklinik entwickelt und werden seit vielen Jahren mit hoher Treffsicherheit routinemäßig bei Schmerztherapien angewendet:
Nervus femoralis
(vorderer Oberschenkelnerv): Bei dieser Methode suchen wir von der
Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit
einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die
Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch
(Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals
täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir
die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die
Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich
herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
Anwendungsgebiete: Schmerztherapien bei
Oberschenkelschmerzen (z.B. nach
Amputationen),
Kniegelenkschmerzen (Arthrosen
usw.) und zum Teil
Unterschenkelbeschwerden (vorderer und innerer Anteil).
Im Hüftgelenks- und Leistenbereich kann zu Schmerztherapien vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Plexus lumbalis-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschenkel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Nerven, die die genannten Körpergebiete versorgen.
N. ischiadicus: Bei
dieser Methode suchen wir von der
Oberschenkel
rückseite her, handbreit unter dem
Gesäß,
den
Ischias nerv in
der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in
die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3
Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte,
örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration
kommt es dann im Versorgungsgebiet des
Nerven
zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur
Schmerzfreiheit.
Anwendungsgebiete: Schmerztherapien im Bereich des
Fuß
es (Morton
Neuralgie,
Fersenschmerzen,
Tarsaltunnel Syndrom) äußerer und hinterer
Unterschenkel
(z.B.
Fibulaköpfchen Syndrom) sowie rückwärtiger Oberschenkel.
N. intercostalis (Zwischenrippennerv): Dabei legen wir einen Katheter unterhalb der zugehörigen Rippe ein und spritzen über den Schlauch schmerzfrei alle 4-5 Stunden 2-4 ml einer höherprozentigen Lokalanästhetikalösung ein. Wir wenden diese Methode hauptsächlich zu Schmerztherapien bei der sog. Interkostalneuralgie, Thorakalsyndrom, Brustkorbschmerzen und Mastodynie an.
Unterarmnerven: Die
Nerven ulnaris, radialis und medianus können bei entsprechendem Schmerzbild
ebenfalls mit einem Katheter versorgt werden. Dabei genügen mehrmals täglich
nur wenige Milliliter eines örtlichen Betäubungsmittels, um deutliche
Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit zu erzielen. (z.B.
Unterarmschmerzen,
Sulcus-ulnaris-Syndrom)
Anwendungsgebiete: Schmerztherapien z.B. bei
Karpaltunnel Syndrom,
Cheiralgia paraesthetica.
Die sog. paravertebrale Kathetertechnik: Dabei pflanzen wir den Katheter neben der Wirbelsäule an die betroffene Nervenwurzel ein, ebenfalls mittels einer Blindpunktion. Die korrekte Lage haben wir auch hier durch eine elektrische Stimulation überprüft. Diese Methode kommt hauptsächlich bei relativ eng umschriebenen Lumbalsyndromen (Kreuzschmerzen) zur Anwendung.
Der sog. Triggerpunktkatheter: Triggerpunkte sind eng umschriebene Gewebsareale. Z.B. durch mechanischen Druck auf diese umschriebenen Gewebsbereiche läßt sich die für den Patient typische Schmerzsensation auslösen oder deutlich verstärken. Wird der Bereich mit einem örtlichen Betäubungsmittel infiltriert, setzt in der Regel prompt eine deutliche Schmerzlinderung, oft auch Schmerzfreiheit ein, zunächst jedoch meist nur für die Dauer der Wirkzeit des verwendeten örtlichen Betäubungsmittels. Wenn die jeweilige schmerzlindernde oder schmerzstillende Wirkung reproduzierbar ist, kann ein Katheter implantiert werden. Anwendung: Schmerztherapien bei umschriebenen myofaszialen Schmerzen.
Die kontinuierliche Blockade des
Ganglion Stellatum: Das Ganglion Stellatum ist eine Schaltstelle im
sog. Grenzstrang und ist paarig im tieferen Halsbereich angeordnet. Nach
Infiltration des Ganglions mit einem örtlichen Betäubungsmittel kommt es zu
einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung im gleichseitigen, sog. oberen
Quadranten (Kopfhälfte,
Schulter
-/Armbereich
und
Brustkorb
hälfte). Es ist unseren Ärzten schon 1987 gelungen, auch dafür eine
Kathetermethode zu entwickeln. Der Katheter wird dabei von vorne, neben der
Luftröhre eingebracht. Diese Methode kann auch beidseitig angewendet werden,
allerdings muß die Füllung alternierend
(= abwechselnd mit
Zeitabstand) erfolgen.
Die
Stellatumblockade mittels einer Injektion gehört an sich schon zur
"hohen Schule" der Schmerztherapien und wird nur von wenigen, erfahrenen
Ärzten durchgeführt, nicht zuletzt wegen den Komplikationsmöglichkeiten. Die
Möglichkeit einer kontinuierlichen Blockade mit einem Katheter ist daher
optimal. Auch diese Methode wird derzeit nur bei uns durchgeführt.
Anwendungsgebiete: z.B. Schmerztherapien bei
Gesichtsschmerzen,
Armplexusausriß,
Qudrantensyndrome.
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Aktualisiert: 24.09.2006 k u
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