ENTZÜNDUNGEN der SEHNENSCHEIDEN

Akute oder chronische Entzündungen der Sehnenscheiden können in verschiedenen Formen auftreten:

  1. serös: einhergehend mit einer Flüssigkeitsansammlung, die hauptsächlich Blutserum (= der "flüssige" Teil des Blutes, also ohne Zellen) enthält.
  2. fibrinös: Hauptbestandteil ist Fibrin (= der Blutfaserstoff, der bei der Blutgerinnung unter Einwirkung von Thrombin aus Fibrinogen entsteht).
  3. eitrig: durch belebte (Eitererreger) oder unbelebte Fremdkörper hervorgerufene, entzündliche, aus Blutgefäßen ausgetretene Flüssigkeit.
  4. phlegmonös: mit diffusen Entzündungen der Innenschicht des Bindegewebes, hervorgerufen durch bakterielle Erreger.
  5. nekrotisierend: mit Übergang zum örtlichen Gewebstod

Darüber hinaus gibt es noch unspezifische und nichtinfektiöse (= nicht ansteckende, nicht übertragbare) Entzündungen vor allem infolge beruflicher oder sportlicher Überlastung (meist akut) sowie posttraumatische (= nach Verletzung auftretende), z.B. die sog. hypertrophen (= Größenzunahme eines Gewebes oder Organs nur durch Zellvergrößerung) chronischen Entzündungen der Sehnenscheiden nach Gu bler beim Morbus Sudeck

Eine Sonderform sind die "knarrenden (crepitan s) Entzündungen der Sehnenscheiden", auch als Synov ialitis sicca bezeichnet. Hier treten charakteristische Reibegeräusche auf.

Therapie bei Entzündungen der Sehnenscheiden:

Eine Schmerztherapie ist bei chronischen, therapieresistenten (= nichts hilft) Entzündungen der Sehnenscheiden gefragt.
Gegen die Kombination Schmerz und Entzündungen verfügt die moderne Schmerztherapie über äußerst wirksame Methoden: Nervenblockaden unter Einbezug des vegetativen (= unwillkürlichen) Nervensystems.
Chronische Entzündungen der Sehnenscheiden treten mit Abstand am häufigsten im Bereich des Armes (Unterar m und Han d) auf. Zur Behandlung bietet sich hier die wiederholte Blockade (Betäubung) des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht) an, in hartnäckigen Fällen kontinuierlich mit eingepflanztem Katheter
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, daß neben der erwünschten Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung), sozusagen als Nebeneffekt, auch vegetative Nervenfasern (= unwillkürliches Nervensystem) mit einbezogen sind, dies gilt insbesondere für den Plexus brachialis (= großes Armnervengeflecht). Die daraus resultierende sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Wirkung führt zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jeder entzündlichen (z.B. Entzündungen der Sehnenscheiden) oder degenerativen Schmerzursache kausal (= ursächlich) entgegenwirkt. 

Daß örtliche Betäubungsmittel auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Bei der kontinuierlichen Blockade des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht) mit Katheter wird im Bereich der Innenseite des Oberarmes, nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Armnerv mit einer Kanüle aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch in die Ner venscheide (den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur Schul ter hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem örtlichen Betäubungsmittel aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Im Stadium der deutlichen Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll krankengymnastisch behandelt werden.

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