Schmerzthema

Untere Rückenschmerzen/
Lendenwirbelsäulen-Syndrom

Definition und Hintergründe der Erkrankung

Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) können unterschiedliche Ursachen haben und es bedarf einer genauen Untersuchung, auch mithilfe unterschiedlicher Diagnoseapparate, um diese in ihrer Bedeutung einschätzen zu können.

Die Schmerzen können die Lebensqualität massiv einschränken. Chronische Rückenschmerzen sind gesamtwirtschaftlich die teuersten Schmerzen überhaupt in Deutschland.

Das Lendenwirbelsäulen-Syndrom (auch LWS-Syndrom, Lumbalgie oder Lumbago genannt) beschreibt Schmerzen im Bereich des unteren Rückens.

Häufig strahlen die Schmerzen entweder oberhalb der Beckenkämme oder aber auch ins Gesäß und das hintere Bein aus (Lumboischialgie). Lumboischialgien sind meist durch muskuläre Verspannungen bedingt, manchmal gepaart mit degenerativen (arthrotischen) Veränderungen. Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule wurden allerdings lange in ihrer Bedeutung für Rückenschmerzen stark überschätzt. Spondylarthrosen (degenerative Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke) können zu ausstrahlenden Schmerzen führen, die als Facettengelenkssyndrom bezeichnet werden und unter Röntgen diagnostiziert und spezifisch behandelt werden können.

Mit einem LWS-Syndrom gehen oft Störungen im Bereich des Beckens, insbesondere der Iliosakralgelenke (auch Sakroiliakalgelenke genannt) einher. Man spricht dann von einer Iliosakralgie. Im Beckenbereich besteht häufig zusätzlich eine Störung der tiefen Beckenmuskulatur (z. B. M. piriformis-Syndrom).

Wenn eine Nervenwurzel durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Neuroforamenstenose (Einengung der Nervenwurzelaustrittsöffnung) gequetscht wird, sprechen wir von radikulären Schmerzen (Radix = Wurzel). Hierbei treten zusätzlich zu den Schmerzen häufig Taubheitsgefühle und Lähmungen auf. Radikuläre Schmerzen machen weniger als 10 % der ins Bein ausstrahlenden Schmerzen aus.

Nach Bandscheibenoperationen kann es zum sogenannten Postnukleotomie-Syndrom kommen, bei dem weiterhin Schmerzen mit Ausstrahlung in die Beine fortbestehen. Ursächlich sind häufig Narben im Operationsbereich, die auf die Nervenwurzel drücken. Ausstrahlende Schmerzen können aber auch pseudoradikulärer Natur sein, d.h. auf schmerzhafte Verspannungen in Muskeln und des Bindegewebes zurückgehen.

Ein weiterer spezifischer Rückenschmerz mit Ausstrahlung in die Beine entsteht bei Verengungen des Spinalkanals (Spinalkanalstenose). Typischerweise tritt der Schmerz meist beim Stehen und Gehen auf und wird als Claudicatio spinalis bezeichnet.

Häufig gibt es psychische, familiäre oder berufliche Belastungsfaktoren, die die Rückenschmerzen mit unterhalten. Auch Fehlhaltungen der Wirbelsäule wie z. B. eine Skoliose (Verkrümmung) wirken oft begünstigend.

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Inhalte unserer multimodalen Therapie bei Schmerzen im unteren Rücken

Seit 1983 ist das Schmerztherapiezentrum Bad Mergentheim auf die optimale Behandlung chronischer Schmerzen im Bereich des unteren Rückens spezialisiert.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass eine Behandlung chronischer Rückenschmerzen sehr viel effektiver ist, wenn die Patienten nicht nur im physischen Bereich kompetent behandelt werden, sondern auch psychische Faktoren sowie Wissen über die Schmerzchronifizierung mit in die Behandlung einfließen. Auch berufliche Umstände oder familiäre Probleme können chronische Rückenschmerzen verstärken.

Bei uns kümmern sich daher neben spezialisierten Medizinern auch Physio- und Ergotherapeuten sowie Psychologen und eine Sozialberaterin um Patienten mit chronischen Rückenschmerzen.

Selbstverständlich kombinieren wir hierbei schulmedizinische mit naturheilkundlichen Behandlungsmöglichkeiten.

Bei diesem komplexen Behandlungskonzept berücksichtigen wir natürlich auch die individuellen Wünsche und Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten. So versetzen wir ihn in die Lage zunehmenden schmerzhaften Bewegungseinschränkungen des unteren Rückens bestmöglich entgegenzutreten.

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Behandlungskonzept

Untere Rückenschmerzen